Sonntag, 17. November 2013

Besser spät als nie... Wochenrückblick Griffith

Soooo schnell kann es gehen, da ist das Wochenende rum und man hat schon wieder vergessen, hier etwas zu schreiben. Schande über mich ;-)



Es war, ist und bleibt weiterhin arbeitsam bei mir. Wenn ich mal nicht bei Potato Magic gearbeitet habe, gab es andere Jobs, die zum Teil gut, zum Teil richtig schlecht waren. Zum Beispiel arbeitete ich letzten Freitag auf einem Knoblauchfeld und packte Knoblauch zusammen mit vielen anderen aus den Hostel von einem großen Container in viele kleinere. Auch wenn der Sinn dahinter nicht so leicht zu durchblicken war, trotzten wir tapfer dem leckeren Knoblauchduft. Der Job war aber eigentlich echt okay, ganz im Gegensatz zu "Weeding" (Unkrautzupfen), was mega anstrengend und dann auch noch richtig schlecht bezahlt war. 

Sturmfrisur und Tuch, da ich mich trotz sommerlicher Temperaturen ein bisschen erkältet habe.... Direkt hinter mir ist die fertige Reihe zu sehen, links daneben wo die Leine gespannt ist, ist eine noch nicht gemachte... Schon ein gravierender Unterschied. Niemals wieder dieser Job! :D

Am gleichen Tag abends wartete dafür ein richtig cooler Job auf mich. Anfangs war ich jedoch noch etwas skeptisch, als mich eine Freundin aus dem Hostel fragte, ob ich mit ihr am Samstag im Gemini (Club) als Tänzerin arbeiten will! Letzten Endes mussten wir aber nichts weiter machen als im VIP-Bereich rumstehen, Gratis-Getränke und Snacks verteilen, uns ein bisschen mit den Gästen unterhalten und leere Gläser abräumen. Es gab wirklich nicht viel für uns zu tun, und so war es echt entspannt und wir konnten auch selbst ab und zu auf die Tanzfläche tanzen gehen. Neben der echt guten Bezahlung gab es für uns außerdem free drinks&food die ganze Nacht, und eigentlich war auch schon die Tatsache, dass wir an dem Abend in dem Club sein konnten, 40$ wert (so viel kostete an dem Abend der Eintritt), da eine in Australien bekannte Tanzcrew&Boyband auftrat. "Justice Crew"... Die Lieder kennt man hier aus dem Radio, wer will kann ja mal youtuben ("Best Night", "Boom Boom") und sie tanzten Breakdance & Hiphop, war eigentlich echt ganz cool. So hatten wir einen echt coolen Abend und bekamen das Ganze auch noch bezahlt! 



Diese Woche Samstag war ich wieder in der Natur arbeiten, Planting. Auf dem gleichen Feld, wo wir schon Unkraut gezupft haben, nur diesmal mussten wir Bambusstäbe bzw. dicke Drähte an die kleinen Orangenbäumchen stecken. Die Arbeit war okay, der Farmer war supernett und brachte uns gekühlte Wasserflaschen (jedes Mal wieder toll, wir trinken ja meistens nur das Chlor-Leitungswasser) und Essen. Da sind die Australier echt lieb. 

Uns wurde nur langsam warm nach 10 Stunden in der Sonne und wir wünschten uns nichts sehnlicher als Regen. 








.... Den bekamen wir dann aber auch. 




Sonstige Job News - Vintage:

Nach 2 Interviews und 2 Absagen von unterschiedlichen Winerys zeigte das dritte endlich Erfolg!!! 

Der Name der Winery ist Casella, befindet sich in Yenda (wenige Minuten Autofahrt von Griffith) und es ist eine der größten in Australien. Seit 1820 produziert das Familienunternehmen Wein und ist nun auf das zehnfache der ursprünglichen Größe angewachsen. 300 Millionen Wein können da "gelagert" werden und während einer Vintage (Weinernte) werden 120 Tonnen Trauben gecrusht und zu Wein verarbeitet. 
Wenn ihr irgendwann mal von [yellow tail] hören oder lesen solltet, das ist die Marke Wein, die Casella herstellt. Auch im Import sind die ganz gut mit dabei. 

Für den Job "Cellar Hand" (Mitte Januar bis März/April) haben sich über 400 Leute beworben, nicht nur Backpacker, und 200 werden genommen. Was genau man da macht - keine Ahnung, kann alles sein, jeden Möglichen Mist. "General Housekeeping", was Büro-Schreibarbeit genauso sein kann wie Tanks säubern oder an Maschinen sitzen. Aber ich denke, schlimmer als mein jetziger Job ist nichts davon. :-)
Das Gute daran ist eben die Bezahlung. Mit so einem Job hat man den Rest der Reise dann erstmal keine Geldsorgen mehr. 

11:30 Uhr war mein Interview, Intelligenztest, Drogen- und Alkoholtest, und Fitnesstest wurden durchgeführt. Bei letzterem musste man zB zehn mal eine Leiter hoch und runter klettern, eine 20kg Kiste rumtragen, 10 Kniebeugen und so viele Liegestütze machen, wie man konnte. (An dieser Stelle bitte ich um Anerkennung der 19 ordentlichen Liegestütze, die ich schaffte)
Das Interview an sich verlief auch gut, man wurde nach Joberfahrungen gefragt und warum gerade DU genommen werden solltest, durch die anderen Interviews war ich darauf gut vorbereitet und verließ den Raum mit einem guten Gefühl. Das bestätigte sich, als ich nach der Arbeit nachmittags auf mein Handy sah. Ein verpasster Anruf von Casella! Ich bin dabei! Vintage, here we go! Griffith, ich komme wieder... 



Was war ansonsten so los? 

Vivi hatte Geburtstag (19) und wurde um Mitternacht von uns überrascht...

... Nachdem sie trotz Geburtstag tapfer den Arbeitstag überstanden hat, ging es zur Belohnung lecker Pizza essen. 


"A pizza with Margherita?"

Wir haben herausgefunden, dass man am besten immer abends bei Woolworths shoppen geht, denn da sind dann v.a. Backwaren reduziert, also Brot, Kuchen usw. Das erste Mal seit 2 Monaten aß ich nun endlich mal wieder Brot, was man beim essen auch wirklich gemerkt hat: ein Baguette! Traumhaft. 



Nach dem Jahr werde ich glaub ich nie wieder ein Toastbrot auch nur angucken können! Auch wenn Sandwichmaker und Toaster es erträglich machen - richtiges Brot fehlt mir echt. 
Mit Paula, einer Irin, habe ich darüber mal geredet: "ouu I really miss the REAL bread!" - sie blieb still, überlegte kurz.... "What do you mean by real bread?" Bei denen gibt es fast nuuur Toast...

Ein anderes Highlight war für mich, die Jungs endlich wieder zu sehen. Letzten Freitag 5:45 fuhr ich sie mit dem Fahrrad begrüßen und zum gemeinsamen Chillen verzogen wir uns ins McDonalds. Viele Reisetipps wurden gegeben, ebenso wie "so läuft das in Griffith" - Ratschläge. 

Auch in dem Häuschen, wo sie wohnen, habe ich sie schon besucht. Das befindet sich nämlich praktischerweise nur eine Querstraße von meiner Arbeit entfernt. Doof war nur, dass es natürlich genau dann anfängt zu gewittern und zu schütten, wenn ich am Kino auf meinen Abholer warte... 

It's raining, man, hallelujah... Nun das vllt. dritte Mal, seit ich in Australia bin


Abgesehen von solchen Ausnahmen haben wir aber meistens gutes Wetter:


"Wie viel Grad werden es Samstag?" - "26." - "okay, also kalt.."



 der kleine Bus des Shearers Quarters

Mein Englisch wird schon besser, glaube ich. Zumindest fällt es mir viel leichter, andere zu verstehen. Jeder hat ja einen anderen Akzent, Engländer, Iren, Schotten, Australier, Italiener, Franzosen, Deutsche... Und gerade die australischen Farmer haben manchmal n ganz schönen Slang drauf. Aber da ich im Hostel nun oft englisch höre und rede, wird das Verstehen auch immer einfacher, und mir wird oft gesagt, mein Englisch sei gut. Auch wenn wir Deutschen unter uns deutsch reden, ist der Englisch Anteil, den ich spreche, schon gestiegen. 

mit Eva & Fiona (Irin)

Opossums gibt's hier auch


Am Sonntag bin ich für eine kranke Freundin eingesprungen und wieder einmal zu Toni Joes gefahren, nach Albury. 


 Es war diesmal eine Betriebsweihnachtsfeier. Lasst euch dieses Wort auf der Zunge zergehen (BETRIEBSWEIHNACHTSFEIER) und schaut dabei diese Bilder an ;)











Da ich, wie ihr schon bemerkt haben dürftet, diesmal beim Kettenkarussel gearbeitet habe, ließ ich mir es natürlich nicht nehmen, auch selbst mal eine Runde zu fahren. (Wann bin ich denn bitte das letzte Mal Kettenkarussel gefahren????) Und als das Fest zuende ging, kam auch in den anderen das Kind raus und wir fuhren alle zusammen nochmal eine Runde. Ich schäme mich nicht, zu sagen: es war so toll!! 




Es war wirklich mal wieder ein schöner Tag, wenn auch mit wenig Schlaf - dafür habe meine Mädels & ich Montag frei :)


Eurer Powerzwerg ❤




Nach einer Woche jeden Tag 6 Uhr aufstehen & Arbeit, Samstag Morgen beim Frühstück vor dem Aufbruch zu Planting, nachdem ich die Frage, ob ich heute Abend feiern gehen würde, mit Ja beantwortet habe: "Wo nimmst du nur die Energie her??"

"Ich versteh das nicht:  Du schläfst soo wenig - und bist soo fit den ganzen Tag! Das geht doch eigentlich gar nicht! "


PS: Schaut mal, wir hatten Besuch direkt vorm Hostel. Der saß auf einem Baum und hat sich mit zwei Vögeln angelegt, deren Nest er gerne entern wollte und die er immer mit seinem Schwanz geschlagen hat. Sah gefährlich aus. Goanna Waran. 


PS 2: Der nächste Post aus Griffith wird der letzte von hier sein und deshalb erst kurz vor der Abfahrt erscheinen, nicht vor Donnerstag-Samstag. 

Cairns und der Daintree Rainforest

Der letzte Greyhound, der uns von Townsville nach Cairns brachte, hatte die großzügige Abfahrtszeit von 12 Uhr, sodass wir zumindest großzügig ausschlafen und in Ruhe unser Zeug packen konnten. Man merkte doch, dass in Australien langsam Sommer wurde und man dem Äquator zunehmend näher kam, denn eine schwüle Hitze breitete sich auch schon am Vormittag über Townsville aus.  Da wir immer nur für den einen Ort einkaufen, um nicht zu viel Zeug mitschleppen zu müssen (im Fall Townsville also für drei Tage), hatten wir jedoch nicht genug Wasser gekauft, und das bedeutete, dass man an der Tankstelle neuen Flüssigkeitsvorrat kaufen musste. 
Übrigens: In Australien kann man sich glücklich schätzen, wenn mal ein Preis dransteht. Scheinbar sind die Läden dazu nicht verpflichtet... 
Jedenfalls stand auch an der 0,75 l Flasche kein Preis dran. Aber man hatte ja Durst, und so stand ich also an der Kasse und schaute nicht schlecht, als die Kassiererin 4,20 $ von mir verlangte... Keinen Kommentar. 

Gegen 6 Uhr abends kamen wir dann in Cairns an und hatten erstmal eine Weile zu tun, unser Hostel zu finden. Beim dritten Mal Dranvorbeigehen sahen wir den Eingang: Zwischen zwei Restaurants eine kleine gelbe Tür, die in den Hinterhof führte - direkt zum Hostel. 
In Cairns sind die Hostels relativ günstig, und so hatten wir das Glück, für 19,50 $ pro Nacht 8 Tage lang ein Dreibettzimmer unser Heim nennen zu dürfen. Noch am selben Abend trafen wir uns mit Enrico, unserem italienischen Freund, den wir auf Fraser Island kennengelernt und in Townsville wiedergetroffen hatten. Glücklicherweise verteilte das Hostel Coupons für gratis Abendessen in einem Club... Mit viel Salz sogar lecker. 

In den folgenden Tagen lernten wir Cairns mehr und mehr kennen. 
Gleich am ersten Tag suchten Moritz und ich verzweifelt das drei Blocks große Shopping-Center, um verschiedene Dinge zu erledigen, unter anderem Handy aufladen, Unterwasserbilder entwickeln lassen und zum Friseur zu gehen - nach zwei Monaten in Australien ziemlich dringend notwendig. Währenddessen hatte sich Matze um die Wäsche gekümmert. Praktisch! :D
Obwohl auf der Website versprochen, funktionierte das Wlan im Hostel nicht wirklich. Da wir ja aber den Blog möglichst weiter aktualisieren wollten, musste irgendwie Internet her - und da fiel uns doch direkt eine Filiale des Reisebüros ins Auge, wo wir auch in Airlie Beach schon gratis Internet gehartzt hatten. 
Mit jedem Tag sank nun der Enthusiasmus der Angestellten, da irgendwann auch denen auffiel, dass wir nicht wirklich am Kauf einer Reise interessiert waren, sondern nur eiskalt das Internet ausnutzten. Zum Schluss wurden wir nichtmal mehr begrüßt... Naja. Was tut man nicht alles für fleißige Blogleser. :D

Nachdem wir ja wie berichtet einen Schnorcheltrip ins Great Barrier Reef unternommen hatten, chillten wir uns am nächsten Tag an die Lagune direkt vor unserem Hostel. Auch hier sah man wieder, trotz dass Cairns nicht unmittelbar am Meer liegt, die Australier wissen sich zu helfen: Bauen sie eben ein 4800 qm großes Salzwasserschwimmbecken daneben, das gratis genutzt werden kann. 
Sogar öffentliches Internet gab es auf der Liegewiese, sodass wir uns zumindest einen Tag der mehr oder weniger bösen Blicke der Reisebüroangestellten entziehen konnten. Am Abend holten wir uns wieder so einen Gutschein und feierten Enricos letzten Abend in Cairns - seine Reise geht jetzt weiter nach Darwin (Norden in der Mitte Australiens) und dann durchs Outback über Uluru und Alice Springs südlich nach Adelaide und Melbourne. Zur Feier des Abends gab es sogar gratis Pizza, die vom Italiener sogar als "Aaaah, itse okeeey" eingestuft wurde. 

Am Tag darauf hieß es wieder zeitig aufstehen, weil unser letzter Trip der Ostküste anstand: Der Daintree Rainforest und Cape Tribulation. 
Bereits auf der Hinfahrt, die etwa 1,5 h dauerte, erklärte man uns, dass das ein stressiger Tag mit vielen Erlebnissen werden würde. Vom Besuch der Städte Mossman und Port Douglas über den Daintree Rainforest, den Daintree River und Cape Tribulation würden wir auch von einem Aborigine über seine Kultur unterrichtet werden und eine Eisfabrik besuchen. Ziemlich strikter Zeitplan also. 
Während dieser Fahrt erklärte uns Mike, der heutige Tourguide, viele interessante Dinge über diese Ecke Australiens - nördlich von Cairns. 

der Daintree River


Babykrokodil :)







Cape Tribulation

Regenwald / Strand / Meer


"Jetzt ja keine falsche
Bewegung!" :D






Tarzan-Feeling


Auch wenn dieser Post lange auf sich warten lies, hoffen wir, dass wir euch die nächsten Tage noch von unserer Reise nach Griffith berichten können. ;)

Bis dahin,
Eure Wombats 1, 2 und 4