Sonntag, 29. September 2013

3 Wochen in Griffith

Es ist Sonntag und Zeit für mein Wochenresümé. Ich muss sagen, viel hat sich nicht geändert. Es ist Alltag einkehrt! 

Gearbeitet habe ich Montag-Donnerstag jeden Tag die Frühschicht bei Potato Magic: 6 Uhr aufstehen, 6:20 Abfahrt und 7-15 Uhr arbeiten (mit Frühstückspause 15min, Mittagspause 30min). Die Müdigkeit hat mich das ein oder andere Mal fast einschlafen lassen, aber nach und nach gewöhnte ich mich an das zeitigere ins-Bett-gehen. Dazu beigetragen hat auch das tägliche Jogging. Feste Joggingpartner sind eigentlich Tim und Lukas aus Köln für mich geworden, aber wegen der Arbeit haben wir nicht immer zur gleichen Zeit Zeit.. Und so war ich auch mal mit den verschiedensten anderen Leute laufen. Immer so 30-50 Minuten, meist kurz vor Sonnenuntergang. 

Zum Wetter: es hat sich, wie gesagt, Frühling eingestellt mit 19 (lange Hosen, Shirt) bis 30 Grad (Bikini/kurze Hosen/Kleid, Flipflops). War heute wieder sehr angenehm an unserem freien Tag, bei bestem Wetter konnten wir die Sonne genießen. Auf Arbeit ist es kühler, wir stehen mit langen Hosen, Shirt und Strickjacke am Fließband. 

Was ich noch erzählen wollte:
- die Mücken sind furchtbar, ich habe mich aber jetzt dran gewöhnt, ca. 30 Mückenstiche am ganzen Körper, v.a. an Armen und Beinen zu haben. Fenistil ist doch was für Feiglinge! :P
- die Vögel, Papageien und Aras sind cool. Sehen schick aus, leider habe ich in solchen Momenten das iPhone immer nicht mit dabei. So gut die Vögel aussehen (rot, grün, weiß-rosa), so komische Geräusche geben sie von sich. Es gibt Vögel, die klingen wie ein monotoner Wecker (piep piep piep piep). Wenn man andere hört, denkt man, ein Baby schreit. Und wieder andere erschrecken einem im Canola Feld - wenn sie hochfliegen, klingt das wie ein schnaubendes Pferd!!

Sonstige Tierbegegnungen:

Und ein Stachelschwein wurde beim Joggen gesichtet. 

Und ein Frosch grad eben in der Dusche.. :D

Und im Love Shack saß eine Eidechse auf der Lampe. 

NATUR PUR! 


Die Frühschicht habe ich jetzt immer mit Lena, Valerie und Anna2 gemacht und nicht wie sonst mit Laura, Anna1 und Vivien (die haben weiter die Nachmittagsschicht gehabt) und die Mädels, mit denen ich vorher schon befreundet war, richtig lieb gewonnen. Um so trauriger war ich, dass sie Griffith am Freitag verließen, um nach Melbourne weiterzureisen. 

Lena und Anna im "Area"

Valerie, ich, Anna, Lena auf Arbeit beim Posen auf dem Gabelstapler

Am Donnerstag Abend wurde nochmal gemeinschaftlich Pizza bestellt und im Loveshack gesessen. Diese Runden sind immer echt amüsant, das gute alte Spiel "Wenn ich Du wäre" wurde von mir populär gemacht und sorgte für einige lustige Situationen. 






Ich werde die drei Mädels auf jeden Fall vermissen, es war immer richtig schön mit ihnen und mit ihrer direkten und offenen Art haben sie mich so manches Mal zum Lachen gebracht. Wir stehen aber immer noch in Kontakt und sollten sie einen super Job in Melbourne finden, könnte ich mir sogar vorstellen, ihnen nachzureisen. Dennoch ist es nicht so, dass ich jetzt hier im Camp wie ein Häufchen Elend immer alleine in meinem Zimmer sitze, Laura, Vivi und Anna sind ja immer noch da, ebenso wie die Canola Jungs, und verschiedenste andere Leute, auch Neue. Es ist halt immer ein Kommen und Gehen und ich werde auf meiner Reise sicher noch viele Menschen kennenlernen und lieb gewinnen und werde sie trotzdem irgendwann wieder verlassen müssen. Aber so ist es und daran muss man sich gewöhnen. Wie sagt man so schön - sei nicht traurig, dass es vorbei ist, sondern sei froh, dass du das erleben durftest.. In diesem Sinne: Danke, dass ich die Bekanntschaft mit diesen tollen Mädels machen durfte. 

Zu den Jobs:
Die kommenden Wochen werden wir immer die Morgenschicht bei Potato Magic haben, was gut ist, weil wir dadurch mehr Geld machen. Am Wochenende gehen wir wieder zu "Toni Joe's" arbeiten auf einem Jahrmarkt (das immer nur ab und zu)

Dennoch haben wie uns vorsorglich auch mal ohne Cesar in Griffith für Cherry King beworben, da im Oktober die Kirschsaison hier beginnt und man da wohl mehr Geld verdient als bei Potato Magic. Auch stören uns die 3 freien Tage in der Woche, einer ist okay, aber Freitag und Samstag würde ich gern arbeiten. Eine Irin aus dem Camp fragt jetzt mal ihren Chef (Reinigungsfirma) ob er noch jemanden braucht. Da wurde sie super bezahlt und man arbeitet Vollzeit. 

Einigen von euch habe ich außerdem auch schon von der "Vintage" erzählt, die Januar-April nächsten Jahres ist. ( In ganz Australien, so auch in Griffith.) So bezeichnet man einfach den Prozess des Trauben-zu-Wein-machens... Und da verdient man so gut, sag ich euch. 1300-1500$ pro Woche! (Zum Vergleich: Wir verdienen hier 300-700$/Woche) Dafür werde ich mich also ebenfalls mal bewerben. 

Vorerst ist aber erstmal Alltag eingekehrt und auch das Kochen klappt immer besser. Für morgen auf Arbeit habe ich Reis mit Möhren und Hackfleisch gemacht. (Fleisch ist hier echt teuer, deswegen erstmal nur Hackfleisch und ChickenNuggets)
Diese Woche haben Laura und ich mal den Versuch gewagt, getrennt einzukaufen. Bilanz: finanziell zwar eine Katastrophe, aber ansonsten angenehmer.. Haben wir vorher 30-40$ zusammen ausgegeben, bezahlten wir nun beide 50$ alleine!! Haben aber auch viele Grundlagen geholt und es wird länger als 1 Woche reichen.
Es ist aber echt angenehmer, nicht aufpassen zu müssen: okay, die eine isst zum Abendbrot 4 Toastscheiben, also esse ich auch so viele.. Sondern sich da selbst kümmern zu können. Außerdem mögen wir auch nicht immer das Gleiche essen, wie die Andere. Und ich hatte letzte Woche schon das Gefühl, dass ich "zu viel" essen würde.. Also mehr als Laura. Mal schauen wie wir das weiter machen, kochen können wir ja trotzdem ab und zu zusammen.

Gekauft habe ich:
Reis (3$), Kartoffeln (3$), Spaghetti (90ct), Brot (Toast :( 1$ ), Pancake-Shake; frischer Brokkoli (5/kg), Möhren (3kg für 3$ - da hab ich was zu tun, die alle aufzumampfen/kochen), Kopfsalat (1$), Tomaten (2Packungen 3$), Äpfel (3,90/kg), Birnen (2,20/kg), aber auch TK-Gemüse (2$), Tim Tams (2,50$), Fake Tim Tams (2$), Cookies(2$),  Tunfisch (4x 95g für 5$), Schweppes 1l à 1$, Milchreis 1$, Bratensoßenpulver, Hackfleisch 1kg 8$. 
TK-Pizza könnten wir uns gar nicht leisten - 5$ kostet da eine! (Nicht unter 3€...) Aber es macht Spaß, selbst zu kochen.
Lena, Anna und Valerie haben uns auch einiges essbares dagelassen und im Freeshelf findet man auch hin und wieder was (BBQ Soße, Eier, Kürbisse, Zwiebeln, Majo...)
Wir trinken hauptsächlich Leitungswasser, manchmal verfeinert mit frischer Minze aus dem Garten. 
Ich bin stolz, sagen zu können, dass wir noch keinen Dollar für Alkohol ausgegeben haben! Nicht, dass wir gar nichts getrunken hätten, aber irgendwie hatten wir immer Glück: 2 Mädels, deren Zimmer Vivi und Anna am Anfang geteilt haben, fuhren und ließen Wein und Sekt da, und Hugo (Laura und mein alter Zimmernachbar) arbeitet in einer Winery und bekommt da Wein fast geschenkt, deshalb hat er uns 2 Flaschen geschenkt. Im "Area" hab ich wenn ich was getrunken habe, das immer ausgegeben bekommen. (Von den Freunden aus dem Camp) So auch, wenn man gemeinsam im Love Shack sitzt - meist gibt einer Goon aus. So einen 4l Kanister kann man ja auch schlecht allein trinken. :P 



Wie ihr merkt, ist so langsam Alltag eingekehrt: Früh aufstehen, arbeiten, essen, mit den Freunden zusammensitzen, kochen für den nächsten Tag, joggen gehen, duschen, abends ab und an eine gemütliche Runde im Love Shack. Es gefällt mir, dieses Leben. Und wenn ich zurückkomme, werde ich Meisterkoch sein. :D oder wenigstens etwas versierter, was das angeht. Überhaupt denke ich schon jetzt, dass das Jahr mir viel bringen wird, was meine Selbstständigkeit angeht. Das ist auch was anderes, als wenn man das mit einem Auslandsjahr nach der 10. Klasse vergleicht, denke ich. Denn da wohnt man ja bei einer Gastfamilie und wird noch umsorgt - hier bei Work & Travel ist man ganz auf sich gestellt. Mir gefällt das - und ganz alleine ist man hier nie. 

Und über Nachrichten von zu Hause freue ich mich auch immer sehr! Ich hoffe, es geht euch allen gut!

Wenn ihr noch irgendwelche Fragen zu meinem Leben hier habt, oder etwas gern hier lesen wölltet, was ich bisher nicht erwähnt habe: fragt einfach, auch per Mail oder in den Kommentaren, und ich antworte im nächsten Blog. 

Eure Janine









Donnerstag, 26. September 2013

Keine Pläne mehr! :D

Jamboooo!

Hier melden sich mal wieder die drei Wombats 1, 2 und 4. Zugegeben, wir haben uns schon wieder eine Weile nicht gemeldet - das tut uns leid - allerdings war hier in diesem Waldcamp so gut wie kein Internet- oder Handyempfang, daher mussten wir unseren neuen Blogeintrag leider etwas verschieben. 

Erinnert ihr euch, wie froh wir waren, einen Plan bis Ende des Jahres zu haben? Vergesst es! :D

Spulen wir mal ein bisschen zurück. 

Verabschiedet haben wir uns mit dem Plan, Farmwork zu machen, Geld zu sparen, und dann unsere bereits gebuchte Ostküsten-Tour (ein Muss für jeden, der Australien besucht) zu machen. Hm. Bei unserer Ankunft war alles wie erwartet: Ähnlich wie bei Janine eine Art Abenteuercamp, direkt am Strand, Unterkunft in Bungalows. Soweit alles sauber und okay. 
Allein die zehnstündige Busfahrt hierher war die angenehmste überhaupt, einerseits hatte man immer was zu gucken: Entweder fuhr man direkt am Meer entlang, oder durch kleine Städtchen. Andererseits hatte jeder von uns zwei Plätze für sich alleine, man konnte auch mal für eine Busfahrt entspannt schlafen. 
Nach einer kurzen Führung durchs Camp gingen wir noch einmal zum Strand und versuchten, auf einem Grill Nudeln zu kochen (Wir waren uns allerdings einig, dass wir alle noch nie so scheiße schmeckende Nudeln gegessen hatten! :D). Schließlich gingen dann enttäuscht zu Bett, nachdem uns ein netter Holländer am Lagerfeuer noch über die im Camp lebenden Tiere aufklärte - Spinnen, Schlangen und Kakerlaken, die man mit einer Doppelwende der Matratze wohl am besten loswerden sollte. Am Abend zuvor sollte ein Mädchen wohl vorm Schlafen 15 Kakerlaken aus dem Zimmer vertrieben haben. Wir blieben dennoch von all dem verschont. :D

unser wunderhübscher Bungalow

Strand direkt am Surf Camp

gemeinsames "Nudeln" kochen


Camp Panorama

Känguru! :D

Am nächsten Tag trafen wir uns um 7.30 Uhr nach dem Frühstück mit Campleiter Dan, der uns kurz erklärte, worum es überhaupt ging, was zu tun war und wie dieses Programm ablaufen würde. Blueberry Picking also. Ich hatte im Internet gelesen, dass das stündlich bezahlt sein soll, auch wenn wir nicht zu viel Geld davon erwarteten.
Außerdem erklärte man uns, dass wir in dieser Woche quasi fit gemacht werden würden, um Blaubeeren zu pflücken, und wir dann am Ende der Woche (Freitag) eine Art Test absolvieren müssten, dessen Ergebnis je nach Qualität und Schnelligkeit ausfallen würde, der aber angeblich hinfällig sei, weil wir ja sowieso übernommen werden würden. Verstanden? :D
Jedenfalls herrschte allgemeine Verwirrung, trotzdem waren wir interessiert, wie es auf einer solchen Farm wohl aussehen würde. 
Nach einigen kurzen Einkäufen (das Trauma der Nudeln sollte an diesem Abend möglichst mit etwas Essbarem ausgeglichen werden) besuchten wir nun also die Blaubeerfarm. Unser Surfcamp lag schon im Nirgendwo, aber die Farm war noch dahinter, glaubt mir. Man wies uns kurz ein, welche Blaubeeren man pflücken sollte. Ein Satz, der in jeder Reihe immer wieder spöttisch wiederholt, also entsprechend oft vom Farmer und seiner Frau gesagt zu werden schien, hat sich fest in unsere Köpfe eingebrannt. "Don't drop the green ones, don't pick the red ones!" - Zu Deutsch also: "Lasst die grünen Beeren nicht fallen, und pflückt nicht die roten!"
Nach dieser Einweisung schickte man uns in die endlosen Reihen gepflanzter Blaubeersträucher, mit einem Eimer um den Bauch gebunden. Den ersten Tag nur 3 Stunden. Trainig halt. 
Gegen Mittag wurden wir also wieder abgeholt, und ich hatte mit Matze gepflückt. Wir beide hatten ganze vier Eimer geschafft, also pro Eimer etwa 45 Minuten. Der Ehrgeiz, schneller zu sein als der andere, hatte uns auch nicht trödeln lassen. 
Schließlich traute sich dann doch jemand zu fragen, was man denn bei diesem Job so verdiente. Ehrlich gesagt waren wir uns einig, dass dieser Job abgesehen von der brütenden Hitze, die uns mit herannahendem Sommer blühte, kein besonders anstrengender war, er machte sogar irgendwie Spaß. 
Doch der Job verlor seine Attraktivität ganz plötzlich durch Dans Aussage, man bekomme pro Eimer 5 $. Das bedeutete, Matthias und ich hatten einen Stundenlohn von etwas über 6 $ erreicht - selbst zusammen schafften wir nichtmal den australischen Mindestlohn. Ziemlich schockiert fuhren wir wieder zurück zum Camp.






An diesem Programm nahmen insgesamt zehn Personen teil - wir waren die ersten, die es testen sollten, also eine Art Proberunde. Diese zehn Leute setzten sich wie folgt zusammen: Moritz, Matthias und ich sind schonmal drei. Mit uns fuhr Timo, er war zusammen mit Matze angereist und ihm gefiel das Programm an sich auch, also kam er mit. Außerdem waren da noch vier Mädels, Laura, Linh, Nadine und Jessica, die zufällig Sören und Aaron kannten, weil sie im gleichen Ort wohnten. Unsere Freunde Sören und Aaron solltet ihr doch kennen, nicht? Sie waren mit Moritz und mir zusammen angereist, und die ersten Tage im gleichen Zimmer. Auf Anhieb hatten wir uns super verstanden, und hatten viele lustige Abende in Sydney. 
Die letzten beiden waren ein englisches Pärchen, etwas älter als wir. 

Gleich am ersten Tag waren die Mädels so empört über die Bezahlung, dass diese den Bus nach Byron Bay buchten und am zweiten Tag, statt mit auf die Farm zu kommen, Lauras Geburtstag feierten. Wir Jungs waren skeptisch. Der eigentliche Zweck, nämlich Geld zu sparen, würde hier wohl nur schwer erfüllt werden. Nach einem kurzen Gespräch mit Dan ermutigte dieser uns jedoch, dass wir sicher besser werden würden, und man doch den ein oder anderen Dollar sparen könnte. Damit hatte er ja auch Recht, man ist ja nicht sofort Experte. Also ging es am nächsten Tag wieder in die Blaubeerplantage, und jeder schnappte sich einen Eimer, los ging es. Training halt.

Diesmal pflückte ich mit Moritz, und wir fingen an, ein bisschen herumzurechnen. Ergebnis: Wir müssen uns erstmal erheblich verbessern (ich war an diesem Tag übrigens langsamer als am Tag zuvor), also statt 45 min pro Eimer etwa 30 min, damit wir überhaupt Unterkunft und Essen bezahlen konnten. Wo man da noch etwas sparen sollte, wusste niemand. Auch der Australier nicht, den wir beim Abendessen getroffen hatten (haben uns selbst Burger gemacht, Mann, die haben die Nudeln aber sowas von wettgemacht!). Er war zutiefst schockiert und riet uns, sofort auszusteigen. 

Hatte ich erwähnt, dass unser intensiv begleitetes einwöchiges Traning nicht bezahlt wurde? Als uns dann noch angekündigt wurde, dass wir am nächsten Tag bei erwarteten 36 Grad einen vollen Tag unbezahlt arbeiten sollten, riss uns der Geduldsfaden, und auch wir vier Jungs beschlossen, auszusteigen. Mehr als Ausbeute sahen wir darin leider nicht mehr. 
Gott sei Dank konnte man mit Programmleiter Dan darüber reden, und er verstand uns auch. Schließlich buchten wir denselben Bus wie die Mädels nach Byron Bay. 

Am Dienstag Abend wurde noch Lauras Geburtstag gefeiert, und am nächsten Tag checkten wir aus und chillten uns bei den vorrausgesagten Temperaturen an den Strand - wie es sich für Australien gehört. Anschließend stiegen wir in den Greyhound Bus und verließen wohl mit mehr Freunde als Trauer das Spot X Surf Camp. 

An dieser Stelle sei noch einmal gesagt, dass es uns trotzdem gut geht und wir keine schlechten Erfahrungen oder sonstiges gemacht haben. Wir glauben, dass dieses Programm sehr gut dafür geeignet ist, um Leuten ihr zweites Visum für ein Jahr in Australien zu ermöglichen (dafür sind drei Monate Farmarbeit vorzuweisen). Wenn man alles von Australien gesehen hat und ein weiteres Jahr dranhängen will, ist Blaubeeren pflücken und eine Unterkunft direkt am Strand wohl die angenehmste Möglichkeit, dieses Visum zu bekommen. Für uns - Reisende, die noch alles sehen und dafür sparen wollen - ist es jedoch nichts. Das hätte man uns vorher wahrscheinlich sagen sollen. Es spricht wohl für sich, dass, wenn acht von zehn Teilnehmern nach drei Tagen wieder abreisen, an der Beschreibung des Programms wohl irgendetwas nicht gestimmt haben kann. 

Matthias, Moritz und ich sind uns jetzt jedenfalls einig, dass wir unsere gebuchte Ostküstentour durchziehen, in der Hinsicht hat es sogar etwas Positives, dass wir jetzt gehen, weil wir dann in jedem Fall die Regenzeit im Norden Australiens umgehen. 

Somit führte es uns zum nächsten Stopp, Byron Bay, einem beliebten Strandort etwas nördlicher als Coffs Harbour und Spot X. Hier checkten wir nach etwa zweieinhalb Stunden Busfahrt in das Aquarius Motel ein, eine Unterkunft, die wir uns vorher nicht wirklich angeschaut, sondern einfach den vier Mädels nachgebucht hatten. Umso überraschter waren wir, als wir hier ankamen. Das beste Hostel, in dem wir bis jetzt waren. Alles sauber, ein großer, geräumiger Gemeinschaftsraum mit Billard-Tisch, eine riesige Küche, in der man auch wirklich mal was kochen konnte, ohne Angst vor Salmonellen oder einer anderen Keiminfektion haben zu müssen, weiche Matratzen in einem Acht-Bett-Zimmer, pro Zimmer ein eigenes Bad und... Ein großer Pool im Hinterhof. Der Strand ist auch ganz in der Nähe. Es ist Wahnsinn. Und für einen Preis von 20 $ pro Nacht ist es mit die günstigste Unterkunft, in der wir bis jetzt übernachtet haben. 
Das bedeutet: Wir bereuen eigentlich so gar nicht, dass wir Spot X verlassen haben. Alles ist gut.

Nach der Ankündigung von Dominic: "Morgen machen wir ruhig und schlafen erstmal aus.", war ich (Moritz) am nächsten Morgen halb zehn der einzige, der noch im Bett lag ... So viel dazu. :D
Nach dem "Ausschlafen" und dem anschließenden Chillen ging es dann nochmal durch den Ort und zum Strand.









Also, Zusammenfassung:

Wenn man einige Tage mit Surfern in Australien in Kontakt ist, dann kommt man mit der deutschen Mentalität des "Weit-Voraus-Planens" nicht weit. Hier lebt jeder seinen Tag und lässt sich überraschen, was folgt. Dem werden wir uns wohl oder übel anpassen müssen - auch wenn es vielleicht etwas schwerfällt: Pläne ändern sich hier immer. 

Deshalb ärgern wir uns hier nicht rum, dass wir wieder (speziell Moritz und ich) keinen Job haben, sondern genießen einfach die Zeit. Hier gibt es nämlich unglaublich viel zu genießen. :)

Eure Wombats 1, 2 und 4. 

Dienstag, 24. September 2013

Just so

Gestern war so ein schöner Tag, deshalb hab ich mich kurzerhand zum Posten entschlossen. Auf Arbeit ging die Maschine übelst oft nicht, sodass wir immer schön Zeit hatten zum Quatschen oder kurz die Augen schließen - ich war nämlich ganz schön müde. 6 Stunden Schlaf und dann die eintönige Fließbandarbeit (immer nur Tüten versiegeln) wirken echt einschläfernd. 

Obwohl das Frühstück lecker war: Ich freue mich ja riesig über die Cornflakes. Die erinnern mich so an Urlaub, als man noch Kind war! :) da gab's die immer beim Hotel-Buffet, wo ich dann trotz der tollsten warmen Leckereien immer nur diese Cornflakes gegessen habe. :)



Als wir Schluss hatten, war natürlich graade die Sonne weg, die den ganzen Tag fleißig geschienen hatte. In der Firma ist es immer kühl, was ich jetzt grad noch nicht so toll finde, aber im australischen Sommer mit Temperaturen bis zu 40 Grad sicher zu schätzen wissen werde. 

Zuhause angekommen hielten Anna, Lena, Valerie und ich uns bei den auch eben angekommenen Canola Jungs auf, bei den Sportgeräten, versuchten uns selbst an Klimmzügen (fail), Liegestütze (schaffe immer noch >10) und den ganzen ollen Geräten. 

Mit Tim und Lukas bin ich wieder kurz joggen gewesen (30min), das sollte ich morgen aber glaub ich lassen, konnte heute schon kaum laufen vom Muskelkater :D Seid stolz auf mich! :D

Abends haben irgendwie alle so geile Sachen gekocht: Anna, Lena und Valerie müssen ja ihr Essen etc aufbrauchen, da sie Freitag fahren, deshalb hat Anna mich zum Mitessen eingeladen: Süßkartoffeln und Brokkoli. Auch Valerie hat groß gekocht: Zucchini, Kartoffeln, Möhren, Auberginen - Pfanne in Kokosmilch-Curry-Soße! Bei Ricky und den anderen Jungs gab es exotische, scharfe Ananas-Hähnchen-Pfanne mit Brokkoli. Und Jeremy trumpfte mit einem Lachs-Spinat-Kartoffelauflauf. Den fand ich am leckersten, hat mich an die Kochkünste meines Papas erinnert. 
Was das Essen angeht, sind hier echt alle sehr großzügig. Hätte ich nicht gedacht, als Backpacker achtet man ja auf sein Geld etc.. Aber man bekommt eigentlich immer was angeboten. Beim Sonnen am Sonntag hat sich jemand ne Pizza gemacht und nur die Hälfte selbst gegessen, den Rest verteit, Bali hat sich bei McDonalds 20 Chicken Mc Nuggets geholt und fast jedem eins gegeben und auch Tim Tams wurden verteilt heute. Echt angenehm und lieb. Oder auch wenn man irgendwas in der Küche braucht, egal ob Zucker, Pfanne, Eier oder Ahornsirup - irgendeiner kann bestimmt aushelfen. 

Abends saßen wir noch bis um 11 draußen (war ja warm) mit den ganzen anderen Deutschen. War ein lustiger Abend mit leider vielen Spinnen- und Käfererlebnissen, da wir das Licht anhatten :(

Jeremy - Valerie - Lena - Anna
Sofa Laura - Vivien - Anna - Lukas

Joris (der einzige Nichtdeutsche, war nur manchmal anwesend, dafür auf den Ftos fehlend: Bali, aka Leon) - ich - Tim - Ricky - Jeremy - Valerie

Das sind die "Canola Boys" übrigens. 



PS: Ich glaube, den Jungs geht es gut und soweit ich von meinen Bekanntschaften hier gehört habe, soll das Hostel dort wunderschön sein. Da die Internetverbindung da jedoch echt kaum vorhanden ist, bin ich - genau wie ihr - sehr gespannt auf den ersten Blog aus Coffs Habour, die ersten Bilder usw.!



Samstag, 21. September 2013

Have a nice ... life!

Am nächsten Tag trafen wir uns mit Matthias in der Nähe unseres Hostels im Party-Viertel Kings Cross, wo er gerade mit einer Frau sprach, die uns Reiseangebote lieferte.

Am Rande angemerkt: Allein auf der Straße von Matthias' Hostel (welches unser erstes war) zu unserem findet man gefühlt 100 solcher Reisebüros "nur für Backpacker". Man wird ständig angesprochen, wo man hinreisen will, und die oberste Faustregel: Jedes Büro ist auf jeden Fall besser als das gegenüberliegende, und ganz sicher das billigste überhaupt. Entsprechend begeistert sind Moritz und ich immer, wenn wir solche Leute auf der Straße sehen. Matze, ein Frischling in diesem Business, lässt sich natürlich noch von jedem ansprechen und bleibt stehen. Wir dagegen haben schon so unsere eigene Taktik: Freundlich, aber bestimmt ablehnen und weitergehen. Freundlich ist in dem Sinne wichtig, weil wir erstens in Australien sind, nicht in Deutschland, wo man prinzipiell auf "unfreundlich" schaltet, und zweitens hätten und haben wir ja selbst mal sowas gemacht (wir erinnern an die Milchmanngeschichte)... Und da lernt man die Freundlichkeit der Leute erst recht zu schätzen. 

Jedenfalls drohte Matze im Redeschwall der Frau zu ertrinken, aber eine hilfreiche Information hatte sie dennoch zu bieten. Sie kannte dieses Jobangebot, das wir momentan im Auge hatten, und erzählte uns, dass erst einige Tage zuvor zwei Mädchen wieder nach Sydney zurückgekommen waren, weil das Hostel dort, das die Arbeit vermittelte, einfach zu viele Leute hatte. Schade. Das Angebot hatte echt gut geklungen. 

Also ging es - der fleißige Blogleser mag es vielleicht schon erraten haben - in die Member's Lounge. Alles von vorn, aber mit neuer iPhone-Software. Da war der Schlag nichtmal halb so stark. 
Wie jeden Morgen begrüßte ich Kerrie, eine echt nette Frau aus England und Verantwortliche für die Jobs, mit einem lauten und fröhlichen "Heeeeeeey Kerrie" - und direkt kam ein "Heeeeeey Dominic" zurück. Immer wieder lustig. 
Hab ich euch erzählt, dass ich Australien vielleicht auch nur deshalb so mag, weil hier jeder auf Anhieb meinen Namen versteht und richtig schreibt - also mit C? Ich bleibe hier. :D
Nachdem wir uns beinahe überlegt hatten, in den Norden zu fliegen (in der Hoffnung, dort gäbe es vielleicht Arbeit und wäre es nicht so teuer) wollten wir Kerrie nach ihrer Meinung dazu fragen. Doch noch bevor wir die Frage stellen konnten, schoss sie schon los mit einem Angebot, dass sie soeben per Telefon erhalten hatte. Okay, ich gebe zu, das war wohl Gewohnheit, schließlich hatte ich mit ihr die letzten Tage ausschließlich über potentielle Jobs gesprochen, und noch nie darüber, Sydney vielleicht zu verlassen. Und dennoch war das Angebot unschlagbar. Wir nahmen es an, bereiteten die Reise entsprechend vor und hatten nun einen Job. Und mit wir meine ich Moritz, Matthias und ich. Alle drei. 

Das bedeutet, dass wir am Sonntag (also morgen!) Sydney verlassen und mit Greyhound Busses (vergleichbar mit unserem BerlinLinienBus, also ein Reisebusunternehmen, das alle großen Städte Australiens miteinander verbindet) 7 Uhr Richtung Coffs Habour (ganz nahe dem Ort, an den wir auch mit dem anderen Angebot gefahren wären). Aber jetzt kommt's. Es geht in ein Surfcamp. Es nennt sich Spot X uns ist recht bekannt in Australien, um Surfen zu lernen. Für uns bietet dieses Surfcamp aber eine Art Fruit Picking Course an, in dem wir eine Woche lang für das Pflücken verschiedenster Früchte ausgebildet werden, oder zumindest Erfahrung darin haben, und danach gibt es eine Job-Garantie. Das heißt, wir werden direkt an einen Farmer vermittelt, der uns jeden Tag im Hostel abholt, dann wird gearbeitet, und abends gehen wir wieder in das Spot X Hostel. Hab ich erwähnt, dass das eigentlich ein Surf Camp ist? Und eins der Eigenschaften eines Surfcamps ist, dass es direkt am Meer liegt. 
Kerrie hat uns (sie hat selbst schon einmal dort gewohnt) berichtet: "Believe me, it's paradise."

Im Zuge der Busreise dort hoch (Coffs Harbour liegt eine zehnstündige Busreise nördlich von Sydney) haben wir - da wir sowieso an der Ostküste Australiens entlangreisen wollen - gleich ein Dreimonatsticket bis nach Cairns gekauft. Bis dort hoch wollen wir also, und dazu gehört unter anderem ein Abenteuertour-Set mit Besuch der Whitsunday Islands und Fraser Island. Wisst ihr, was das bedeutet? Wir haben einen feststehenden Plan bis Ende des Jahres!! :D
Hoffen wir, dass dieser nicht so schnell über den Haufen geworfen wird. 

Wir melden uns dann vom Ankunftsort wieder, heute gilt es allerdings, noch letzte Besorgungen zu machen, denn außer diesem Hostel/Surfcamp gibt es dort nichts. Vorteil: Keine Möglichkeit zum Geld ausgeben. ;)

Bedingt durch unsere Abreise mussten wir uns auch von Kerrie verabschieden. Beim Gehen wünschte ich hier noch ein schönes Wochenende: "Have a nice weekend, Kerrie!" - "Yeah, thanks! Have a nice... life!"

Oooh ja, das werden wir schon haben. :D
Bis bald,
Eure Wombats 1, 2 und 4. 


Wieder zu dritt.

Seit unserem letzten Post war jobtechnisch nicht viel passiert... Aber trotzdem war nicht nichts los.

Mittwoch, 18. September 2013
Dafür haben wir eine weitere Attraktion Sydneys sehen dürfen - den Sydney Eye Tower. Und, zugegeben, 100 Meter über Sydney zu stehen und dort den Sonnenuntergang und die Stadt anschließend bei Nacht zu bewundern, hat was. Unausweichlich. Man kann eigentlich gar nicht beschreiben, was man dort alles sieht, und kein Foto der Welt kann diese Aussicht widerspiegeln. Dennoch haben wir es all den frisch angereisten asiatischen Touristen gleichgetan und "das ein oder andere" Foto geschossen. 








Keine Ahnung, ob wir noch nicht genug von der Aussicht Sydneys gesehen hatten, oder ob wir eben einfach nicht genug bekommen konnten, jedenfalls sind wir anschließend gegen 21 Uhr zu

Mrs Macquarie's Chair
The Royal Botanic Garden/Mrs Macquaries Rd, Sydney NSW 2000
http://goo.gl/maps/F6Tg4

gegangen. Und das war für mich der Moment, an dem ich einfach nicht fassen konnte, was ich da sehe. Das bei Nacht beleuchtete Opera House und im Hintergrund die Harbour Bridge - einfach Wahnsinn. Wir setzten uns auf eine Mauer, die Füße etwa 20 cm über dem Meer hängend, und genossen die Aussicht. Ich weiß nicht, wie lange. 




Donnerstag, 19. September 2013
Unsere Motivtion, in Sydney Arbeit zu finden, war nicht besonders hoch. Nichtsdestotrotz begaben wir uns schon relativ zeitig in die Member's Lounge, um dort mithilfe des schnelleren WLANs weiter auf Suche nach einem Job sein zu können. Also informierten wir uns und löcherten auch das Personal, wo es denn noch Chancen auf Jobs gäbe. Ein kleiner Hintergedanke war da ja auch, dass wir dort im Treffpunkt aller Neuankömmlinge waren... 

Und dann war das schon irgendwie ein komisches Gefühl - obwohl wir ja darauf vorbereitet waren - dass jemand, den man seit Ewigkeiten kennt (nämlich seit dem Kindergarten! :D) plötzlich am anderen Ende der Welt vor einem steht. Jawohl, Matze war in Sydney angekommen. 



Logisch, dass wir also gemeinsam mit Matthias die Stadt erkunden wollten. Wir als alte Hasen Sydneys kannten dann doch den ein oder anderen coolen Ort, den man gesehen haben muss. Matze - wahrscheinlich genauso beeindruckt wie wir am ersten Tag - drückte immer wieder seine Begeisterung aus.

Blick von der Harbour Bridge - © Matze :P


Wenn ihr euch fragt, was wir sonst so an diesem Tag gemacht haben... Nun ja. Es gibt so gewisse Sachen, an deren Priorität sich nichts ändert, egal, ob in Deutschland oder in Australien. Und dazu gehört eben auch das iPhone-Software-Update auf iOS 7. Und das dauert halt seine Zeit. :D
Bevor die Mamas aber zu meckern anfangen, sei euch gesagt: Wir hatten an diesem Tag ein sehr attraktives Jobangebot auf einer Farm mit Hostel gefunden, eine Mail verschickt und eine Antwort erhalten. Kurz darauf hatten wir Matthias ans Herz gelegt, Sydney ebenfalls zu verlassen. Und Matze war sich aufgrund unserer finanziellen Berichte relativ sicher, dass er uns begleiten würde. 

Uuuuund schon sind wir wieder zu dritt - die Reise konnte also beginnen. 
Wir dürfen euch nun an dieser Stelle Wombat Nummer 4 vorstellen. 

In diesem Sinne... Bis bald. 
Eure Wombats 1, 2 und 4

Freitag, 20. September 2013

Canola Day

Stell Dir vor...


Du läufst über ein Rapsfeld, die gelbe  sonnige Farbe ist eine willkommene Abwechslung von der sonst eher braun-grünen Vegetation. Über dir nur der strahlend blaue Himmel, auf dem sich ab und zu einige Schäfchenwolken tummeln. Nebenbei hörst du deine Lieblingsmusik, und neben dir laufen Freunde von dir... Du atmest tief ein, riechst die frische und saubere Frühlingsluft. Die Sonne kitzelt deine Haut, und eine leichte Brise zerzaust deine Haare. Ab und an flattert ein Schmetterling an dir vorbei, doch die Zitronenfalter sind zu schnell, als dass du ein Foto knipsen oder sie auf deine Hand locken könntest... 

Und dafür bekommst du auch noch Geld. 

Welcome to Canola Field "Work"!








An dieser Stelle, zwischen diesen tollen Bildern, möchte ich kurz meine Mama grüßen, die heute Geburtstag hat! Alles Liebe, Mama! :-)




Schuhe im Camouflage Look (letzte Nacht hat es geregnet, weshalb an einigen Stellen der Boden ziemlich matschig war...) Deshalb vielleicht doch gar nicht so dumm, dass wir den Job immer nur freitags machen, denn die Woche brauchen die Schuhe schon zum Trocknen. :D

Und jetzt.. Ab auf die Wiese -sonnen :)

Love you
Janine