Gearbeitet habe ich Montag-Donnerstag jeden Tag die Frühschicht bei Potato Magic: 6 Uhr aufstehen, 6:20 Abfahrt und 7-15 Uhr arbeiten (mit Frühstückspause 15min, Mittagspause 30min). Die Müdigkeit hat mich das ein oder andere Mal fast einschlafen lassen, aber nach und nach gewöhnte ich mich an das zeitigere ins-Bett-gehen. Dazu beigetragen hat auch das tägliche Jogging. Feste Joggingpartner sind eigentlich Tim und Lukas aus Köln für mich geworden, aber wegen der Arbeit haben wir nicht immer zur gleichen Zeit Zeit.. Und so war ich auch mal mit den verschiedensten anderen Leute laufen. Immer so 30-50 Minuten, meist kurz vor Sonnenuntergang.
Zum Wetter: es hat sich, wie gesagt, Frühling eingestellt mit 19 (lange Hosen, Shirt) bis 30 Grad (Bikini/kurze Hosen/Kleid, Flipflops). War heute wieder sehr angenehm an unserem freien Tag, bei bestem Wetter konnten wir die Sonne genießen. Auf Arbeit ist es kühler, wir stehen mit langen Hosen, Shirt und Strickjacke am Fließband.
Was ich noch erzählen wollte:
- die Mücken sind furchtbar, ich habe mich aber jetzt dran gewöhnt, ca. 30 Mückenstiche am ganzen Körper, v.a. an Armen und Beinen zu haben. Fenistil ist doch was für Feiglinge! :P
- die Vögel, Papageien und Aras sind cool. Sehen schick aus, leider habe ich in solchen Momenten das iPhone immer nicht mit dabei. So gut die Vögel aussehen (rot, grün, weiß-rosa), so komische Geräusche geben sie von sich. Es gibt Vögel, die klingen wie ein monotoner Wecker (piep piep piep piep). Wenn man andere hört, denkt man, ein Baby schreit. Und wieder andere erschrecken einem im Canola Feld - wenn sie hochfliegen, klingt das wie ein schnaubendes Pferd!!
Sonstige Tierbegegnungen:
Und ein Stachelschwein wurde beim Joggen gesichtet.
Und ein Frosch grad eben in der Dusche.. :D
NATUR PUR! Die Frühschicht habe ich jetzt immer mit Lena, Valerie und Anna2 gemacht und nicht wie sonst mit Laura, Anna1 und Vivien (die haben weiter die Nachmittagsschicht gehabt) und die Mädels, mit denen ich vorher schon befreundet war, richtig lieb gewonnen. Um so trauriger war ich, dass sie Griffith am Freitag verließen, um nach Melbourne weiterzureisen.
Lena und Anna im "Area"
Valerie, ich, Anna, Lena auf Arbeit beim Posen auf dem Gabelstapler
Am Donnerstag Abend wurde nochmal gemeinschaftlich Pizza bestellt und im Loveshack gesessen. Diese Runden sind immer echt amüsant, das gute alte Spiel "Wenn ich Du wäre" wurde von mir populär gemacht und sorgte für einige lustige Situationen.
Ich werde die drei Mädels auf jeden Fall vermissen, es war immer richtig schön mit ihnen und mit ihrer direkten und offenen Art haben sie mich so manches Mal zum Lachen gebracht. Wir stehen aber immer noch in Kontakt und sollten sie einen super Job in Melbourne finden, könnte ich mir sogar vorstellen, ihnen nachzureisen. Dennoch ist es nicht so, dass ich jetzt hier im Camp wie ein Häufchen Elend immer alleine in meinem Zimmer sitze, Laura, Vivi und Anna sind ja immer noch da, ebenso wie die Canola Jungs, und verschiedenste andere Leute, auch Neue. Es ist halt immer ein Kommen und Gehen und ich werde auf meiner Reise sicher noch viele Menschen kennenlernen und lieb gewinnen und werde sie trotzdem irgendwann wieder verlassen müssen. Aber so ist es und daran muss man sich gewöhnen. Wie sagt man so schön - sei nicht traurig, dass es vorbei ist, sondern sei froh, dass du das erleben durftest.. In diesem Sinne: Danke, dass ich die Bekanntschaft mit diesen tollen Mädels machen durfte.
Zu den Jobs:
Die kommenden Wochen werden wir immer die Morgenschicht bei Potato Magic haben, was gut ist, weil wir dadurch mehr Geld machen. Am Wochenende gehen wir wieder zu "Toni Joe's" arbeiten auf einem Jahrmarkt (das immer nur ab und zu)
Dennoch haben wie uns vorsorglich auch mal ohne Cesar in Griffith für Cherry King beworben, da im Oktober die Kirschsaison hier beginnt und man da wohl mehr Geld verdient als bei Potato Magic. Auch stören uns die 3 freien Tage in der Woche, einer ist okay, aber Freitag und Samstag würde ich gern arbeiten. Eine Irin aus dem Camp fragt jetzt mal ihren Chef (Reinigungsfirma) ob er noch jemanden braucht. Da wurde sie super bezahlt und man arbeitet Vollzeit.
Einigen von euch habe ich außerdem auch schon von der "Vintage" erzählt, die Januar-April nächsten Jahres ist. ( In ganz Australien, so auch in Griffith.) So bezeichnet man einfach den Prozess des Trauben-zu-Wein-machens... Und da verdient man so gut, sag ich euch. 1300-1500$ pro Woche! (Zum Vergleich: Wir verdienen hier 300-700$/Woche) Dafür werde ich mich also ebenfalls mal bewerben.
Vorerst ist aber erstmal Alltag eingekehrt und auch das Kochen klappt immer besser. Für morgen auf Arbeit habe ich Reis mit Möhren und Hackfleisch gemacht. (Fleisch ist hier echt teuer, deswegen erstmal nur Hackfleisch und ChickenNuggets)
Diese Woche haben Laura und ich mal den Versuch gewagt, getrennt einzukaufen. Bilanz: finanziell zwar eine Katastrophe, aber ansonsten angenehmer.. Haben wir vorher 30-40$ zusammen ausgegeben, bezahlten wir nun beide 50$ alleine!! Haben aber auch viele Grundlagen geholt und es wird länger als 1 Woche reichen.
Es ist aber echt angenehmer, nicht aufpassen zu müssen: okay, die eine isst zum Abendbrot 4 Toastscheiben, also esse ich auch so viele.. Sondern sich da selbst kümmern zu können. Außerdem mögen wir auch nicht immer das Gleiche essen, wie die Andere. Und ich hatte letzte Woche schon das Gefühl, dass ich "zu viel" essen würde.. Also mehr als Laura. Mal schauen wie wir das weiter machen, kochen können wir ja trotzdem ab und zu zusammen.
Gekauft habe ich:
Reis (3$), Kartoffeln (3$), Spaghetti (90ct), Brot (Toast :( 1$ ), Pancake-Shake; frischer Brokkoli (5/kg), Möhren (3kg für 3$ - da hab ich was zu tun, die alle aufzumampfen/kochen), Kopfsalat (1$), Tomaten (2Packungen 3$), Äpfel (3,90/kg), Birnen (2,20/kg), aber auch TK-Gemüse (2$), Tim Tams (2,50$), Fake Tim Tams (2$), Cookies(2$), Tunfisch (4x 95g für 5$), Schweppes 1l à 1$, Milchreis 1$, Bratensoßenpulver, Hackfleisch 1kg 8$.
TK-Pizza könnten wir uns gar nicht leisten - 5$ kostet da eine! (Nicht unter 3€...) Aber es macht Spaß, selbst zu kochen.
Lena, Anna und Valerie haben uns auch einiges essbares dagelassen und im Freeshelf findet man auch hin und wieder was (BBQ Soße, Eier, Kürbisse, Zwiebeln, Majo...)
Wir trinken hauptsächlich Leitungswasser, manchmal verfeinert mit frischer Minze aus dem Garten.
Ich bin stolz, sagen zu können, dass wir noch keinen Dollar für Alkohol ausgegeben haben! Nicht, dass wir gar nichts getrunken hätten, aber irgendwie hatten wir immer Glück: 2 Mädels, deren Zimmer Vivi und Anna am Anfang geteilt haben, fuhren und ließen Wein und Sekt da, und Hugo (Laura und mein alter Zimmernachbar) arbeitet in einer Winery und bekommt da Wein fast geschenkt, deshalb hat er uns 2 Flaschen geschenkt. Im "Area" hab ich wenn ich was getrunken habe, das immer ausgegeben bekommen. (Von den Freunden aus dem Camp) So auch, wenn man gemeinsam im Love Shack sitzt - meist gibt einer Goon aus. So einen 4l Kanister kann man ja auch schlecht allein trinken. :P
Wie ihr merkt, ist so langsam Alltag eingekehrt: Früh aufstehen, arbeiten, essen, mit den Freunden zusammensitzen, kochen für den nächsten Tag, joggen gehen, duschen, abends ab und an eine gemütliche Runde im Love Shack. Es gefällt mir, dieses Leben. Und wenn ich zurückkomme, werde ich Meisterkoch sein. :D oder wenigstens etwas versierter, was das angeht. Überhaupt denke ich schon jetzt, dass das Jahr mir viel bringen wird, was meine Selbstständigkeit angeht. Das ist auch was anderes, als wenn man das mit einem Auslandsjahr nach der 10. Klasse vergleicht, denke ich. Denn da wohnt man ja bei einer Gastfamilie und wird noch umsorgt - hier bei Work & Travel ist man ganz auf sich gestellt. Mir gefällt das - und ganz alleine ist man hier nie.
Und über Nachrichten von zu Hause freue ich mich auch immer sehr! Ich hoffe, es geht euch allen gut!
Wenn ihr noch irgendwelche Fragen zu meinem Leben hier habt, oder etwas gern hier lesen wölltet, was ich bisher nicht erwähnt habe: fragt einfach, auch per Mail oder in den Kommentaren, und ich antworte im nächsten Blog.
Eure Janine


























