Samstag, 28. Juni 2014

Die Heimkehr

25. Juni, 11:31 Uhr


Früher bin ich Bahnhöfen mit Abneigung begegnet. Die Bahngleise erschreckten mich, und wie soll man sich denn da zurechtfinden? Lautsprecherdurchsage, wo muss ich hin? Bloß nicht zu spät kommen. Und nicht verloren gehen. Denn meistens war ich hier zu Schulausflügen. Ich bin nicht viel mit der Bahn gereist. Den Anschlusszug bekommen, schnell! Meist nur zum Pendeln nach Dresden und wieder zurück. Das war einfach. Ich nahm immer den gleichen Zug, vom gleichen Gleis, bezahlte den gleichen Preis, wusste genau, wann ich wo sein musste. Immer zehn nach halb oder zehn nach um. Mehr musste mich nicht interessieren. Die hektischen Menschen, das Herumwuseln, ignorierte ich. Ich mochte Bahnhöfe nie besonders. 

Heute ist das anders. Ich laufe durch den Hauptbahnhof in Leipzig und atme tief ein. Ich rieche viel zu süße Leckereien vom Bäcker-Stand. Die Farbe der frischgestrichenen Treppen. Ein bisschen frische Luft von draußen. Aber da ist noch etwas. Ein Geruch, den ich noch nicht so ganz zuordnen kann. Ich laufe weiter, mit offenen Augen und Ohren, sehe die Menschen, die mir entgegenkommen, prüfend an. Begutachte ihr Gepäck - kommen sie wie ich gerade wieder von einer langen Reise oder waren sie nur Freunde im Nachbarort besuchen? Fahren sie zur Uni oder in den Urlaub? Sind sie auf Geschäftsreise? Ich sehe einige Backpacks, so groß wie meins. Ob die Personen auch in Australien waren? Work&Travel gemacht haben? Vielleicht waren sie einfach nur lange zelten. Jeder hat seine Geschichte, die ich wohl nie erfahren werde... Ich höre Lautsprecherdurchsagen, Stimmen - Deutsch sprechen sie alle - und das Schnaufen und Sirren der Züge. Doch auf dem ganzen Weg bis zu Gleis 1, wo ich mich schließlich auf eine Bank setze und auf meinen Zug nach Dresden warte, folgt mir dieser besondere Geruch, den ich nicht erklären kann. Ich schaue auf die weiten Schienen, die, sobald sie den Bahnhof verlassen, scheinbar ins Endlose zu reichen scheinen.

Und plötzlich fällt es mir ein. Diesen Geruch, den kenne ich doch ganz genau. Oh ja. Es ist der Geruch von Abenteuern. Von Freiheit, vom Reisen. Von "ich bin dann mal weg", von Verabschiedungen, aber vor allem auch von Begrüßungen, von Freudentränen und Heimkünften. 

Ein Abenteuer geht zu Ende. 
Ein anderes beginnt. 
ICE Düsseldorf-Leipzig-Dresden. 
Ich komme nach Hause. 
❤️

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23.5. Zwischenstopp in Frankfurt bei zwei meiner liebsten Travelmates Australiens


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24.5. Zwischenstopp in Leipzig bei der besten Freundin :)

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich über richtiges Brot gefreut habe. In Australien gibt es nur Toast, selbst das Weißbrot würde man hier keinem anbieten... :D


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25.5. Reise nach Dresden
12:00 Uhr, die Lautsprecherdurchsage lässt mir keinen Zweifel daran, dass ich auf dem Weg nach Hause (und in Sachsen) bin:

<< Meine Damän und Herrn, es is Middachszeit!! Wie wäre es midd "Mauldaschn schwäbischor Oart?" (...) Sie findn uns im Waggong säggsunnzwanssisch!!! >>

Ich kann nicht an mich halten und platze in lautes Lachen aus. Ich muss gar nichts essen, diese Ansagen hier in der Deutschen Bahn sind schon köstlich genug. Bitte stellt euch den obigen Satz mit tief-sächsischem Akzent vor. Und dann auch noch Maultaschen. So etwas tief deutsches. War wahrscheinlich einfach zu viel für mich, die es schon komisch findet, dass überhaupt alle deutsch reden!! Hahaha... :D

In der Bahn nach Dresden wurde das Vorurteil widerlegt, die Deutschen seien alle unfreundlich und ernst und humorvolle spontane Gespräche mit Fremden auf der Straße sei nur in Australien möglich: Ein Herr hilft mir, mein großes Backpack in die Gepäckablage zu manövrieren und mit der neben mir sitzenden Dame komme ich schnell in ein Gespräch über unsere Australien-Erfahrungen, sie war auch mal da Urlaub machen. 

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Zuhause angekommen



... mein neues, vermeintlich leeres neues Zimmer ist gar nicht so leer!!! :)




Ich bin wieder angekommen. Jetzt heißt es erstmal, bewerben, bewerben, bewerben - Tourismus-, Hotel- und/oder Eventmanagement soll es werden. 

 



'cause, when the travel bug bites... You just wanna go on travelling! :) 

 - interkulturelle Begegnungen - 



Eure Janine

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