Sonntag, 15. September 2013

Die Milchmänner

Hey Leute,

Hier melden sich mal wieder Dominic und Moritz. Sorry, dass wir so lange nichts von uns haben hören lassen, nur war die Woche für uns sehr aktiv und geprägt von Internet-Mangel, sodass es uns bis jetzt nicht möglich war, einen ordentlichen Blogeintrag zu verfassen. 'Tschuldigung. 


Unsere Woche fing schon ziemlich aufregend an, Montag suchten wir noch nach Jobs in der so genannten Member's Lounge (freies W-LAN). Kurz davor, einen Farmjob auf Rapsfeldern anzunehmen, rief uns Marc an, einer der zahlreichen Leute, denen ich meine Handynummer und eine Bewerbung geschickt hatte - ich muss zugeben, ich hatte teilweise den Überblick verloren - und lud uns zum Interview ein. 

Kurz darauf stellte sich heraus, dass wir in einer Firma names Aussie Farmers Direct gelandet waren, einer Firma, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, den australischen Lebensmittelkonsum mit national angebauten Produkten zu versorgen, statt auf Import aus aller Welt angewiesen zu sein. Somit soll auch das Geld in Australien bleiben. Eine echt gute Idee, dachten wir uns - Und was wird unsere Aufgabe sein? Ganz einfach. Wir sind die Milchmänner!

Milchmann stimmt in dieser Hinsicht nicht ganz, dass wir a) nicht nur Milch verkaufen, sondern von Käse über Fleisch und Wurst bis hin zu frischem Obst und Gemüse alles und b) eigentlich gar nichts ausliefern, sondern an den Türen der Leute klopfen, diesen das Konzept der Firma erklären und sie zum Ausprobieren überzeugen. Problem? Man wird nach der Anzahl der überzeugten Leute bezahlt - also auf Provisionsbasis. Dennoch beschlossen wir, das Ganze mal auszuprobieren. 

Nach einem Tag Einführungskurs (Dienstag) ging es los, anfangs mit Coach (Mittwoch), später alleine (Donnerstag und Freitag). Zugegeben, hier in Austalien läuft das ein bisschen anders, da, wie in vorherigen Einträgen schon erwähnt, alles ein bisschen lockerer und vor allem auf freundlicherer Basis als in Deutschland abläuft. So passiert es, dass Leute zwar an unseren Produkten nicht wirklich interessiert sind, man aber auf seine Herkunft angesprochen wird und es mir (Dominic) passiert, dass man über eine halbe Stunde mit einer älteren Dame vor ihrer Tür über die sehenswerten Dinge Sydneys und Australiens quatscht. Eins kann man nicht leugnen - bei diesem Job lernt man Englisch. Unausweichlich. 
Ein weiterer Vorteil dieses Jobs: Das Team ist einfach cool. Es besteht fast ausschließlich aus Backpackern, und entsprechend locker ist die Atmosphäre. Geschichten über die Nächte zuvor und Alkohol zum Feierabend stehen an der Tagesordnung - Der richtige Job für Moritz - und erst recht für mich.
Außerdem bekommt man einen Einblick in die Suburbs von Sydney, die schon ein wenig klischeehaft sind. Flache einzelne Häuser im Bungalow-Stil mit einer Extratür, die nur aus einer Art Netz besteht (wie in den amerikanischen Filmen), Zeitungen liegen in den Einfahrten und Kakadus fliegen um die Häuser - man fühlt sich wie in einem Film.
Mein (Moritz) schönster Moment hier in Sydney war auch definitiv in solch einer Siedlung, als ungelogen mindestens 40-50 Kakadus in einer Einfahrt saßen und sich mit einem Mal alle in die Lüfte erhoben - ein einziges weißes Geflatter. Leider war ich für ein Foto/Video zu langsam ...

Wandgestaltung im Büro

Auf dem Weg zu den Suburbs









Dennoch sind wir nach diesen Einführungstagen eher skeptisch, ob wir mit diesem Job eine finanzielle Grundlage für die Zeit in Sydney und die Zeit danach schaffen können - Schließlich kann es durchaus passieren, dass man an einem Tag ohne Lohn nach Hause geht. 
Deshalb haben wir beschlossen, uns nach weiteren Jobs in der Region Sydney umzusehen - Gar nicht so einfach, denn nicht nur wir beide hatten die Idee, ihr Work&Travel-Abenteuer hier zu starten. Entsprechend groß ist die Zahl der Bewerber. Deshalb setzen wir uns nun das Ultimatum: Wenn wir bis Ende der Woche keinen Job in Sydney gefunden haben, geht's auf die Farm, denn diese Plätze gibt es immer. 

Ihr glaubt ja gar nicht, wie komisch dieses Gefühl gerade ist. Ein Zwischending zwischen Urlaub und Alltag, und die Entscheidungen über die weitere Verfahrensweise ändert sich stündlich - ständig gibt es neue Erkenntnisse. Dennoch genießen wir das, denn wie viele Leute haben die Freiheit, zu sagen: "Egal, dann machen wir halt das, wenn es uns in diese Richtung treibt"? 


Samstagabend - wie ihr vielleicht wisst - ist ja nun immer Feuerwerk im sogenannten "Darling Habour", einer Bucht mit vielen Restaurants, Cafés und dem größten IMAX Screen auf der ganzen Welt. Wir haben endlich geschafft, es uns anzusehen. Es war der Wahnsinn. Keine Ahnung, was hier Silvester abgehen muss, aber das Feuerwerk Sydneys übertrifft ja sogar das beim Kreischaer Jahrmarkt.

Darling Habour









Heute morgen haben wir mal wieder so richtig ausgeschlafen, und dann soll es eigentlich ins Sydney Museum gehen, allerdings wollen wir auch noch ein paar Lebensläufe verteilen - die Jobsuche geht schließlich vor.
Koalas, Spinnen, Schlangen, Kängurus und Krokodile haben wir trotzdem noch nicht gesehen.

Wir melden uns jetzt nicht mehr in so langen Abständen, sondern halten euch auf dem neuesten Stand, was unsere weiteren Pläne und Jobs angeht. 

Bis bald,
Wombat 1 und 2


4 Kommentare:

  1. Eine Frage, die ich mir schon seit Tagen stelle: Warum ist Moritz eigentlich Wombat 1, Dominic Wombat 2 und Janine Wombat 3? Ich habs mir's versucht logisch über das Alter und den Zeitpunkt des Entschlusses, nach Australien zu gehen, zu erklären, aber es haut einfach nicht hin. Höchstens, wenn man euch absteigend der Größe nach ordnet, kommt man auf die Einteilung...:D

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  2. Keine Ahnung ... Anfangs haben wir nur "Eure Wombats" geschrieben. Dann hat Dominic sich in einem Post als "Wombat 2" festgelegt und als Janine wieder was gepostet hat, hat sie "Wombat 3" geschrieben. D.h. ohne irgendeine Absprache :D
    Sozusagen nicht wirklich tiefgründig und ohne Sinn :P

    Dein Wombat 1 :D

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  3. melle? geh studieren!!!

    :D zu viel zeit

    wir lange habt ihr euch eigtl über "Mein (Moritz).." gefreut? xD

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