Montag, 16. September 2013

Ein regnerischer Tag ist nicht immer ein schlechter Tag!

Heute Morgen war es also so weit... Das erste Mal kündigen. Für uns beide. Wir hatten uns Gedanken gemacht, was wir wohl für Gründe angeben könnten, dass wir rauswollten, doch es gab nur einen: Das unsichere Einkommen. Erklär das mal deinem Chef!

Es ist ein verregneter Tag in Sydney. Die Leute schauen auf den Fußboden, meist mit schwarzen Regenschirmen über ihren Köpfen. Die ganze Stadt liegt in einem Grauton, alles wirkt auch 9 Uhr morgens noch wie im Tiefschlaf. Autos fahren mit Licht, und die Fußgänger nutzen die Seitenpassagen, um nicht ganz so nass zu werden. Moritz und ich hatten einen etwa dreißigminütigen Fußweg vor uns. Nur aus Zufall hatte ich mir meine Regenjacke geschnappt, Moritz war im Pulli losgegangen. Als das Gebäude unseres Milchmann-Jobs in Sicht rückte, kam kurz Nervosität auf. Was sollte man jetzt nur sagen? Wie würde der Chef reagieren?



In Erwartung, dass wir mit dem coolen Engländer in den Zwanzigern, Marc, reden konnten, fuhren wir hinauf, doch stattdessen war nur der verbitterte "oberste" Chef zu sprechen. Dieser nahm uns anfangs nicht für bare Münze, merkte nicht, dass wir es ernst meinten. Als wir es dann doch deutlich machten, wurde die Stimmung etwas frostig, wie Herr Czekalla es so schön ausdrücken würde. Er fing an zu fluchen, wir sollten verschwinden, und ignorierte uns. Unbeirrt ließen wir unsere zerknitterten Shirts da, drehten uns rum und gingen. Schon irgendwie komisch, und wir hofften, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. 

Wieder zurück im Regen, ging es nun zur Bank, da ich nun endlich meine Karte abholen konnte. Bisher hatte ich, bedingt durch die Arbeitszeiten und die ungünstigen Öffnungszeiten der Bank, keine Gelegenheit gehabt, diese abzuholen. Plötzlich merkte ich, wie sich aus unbekanntem Grund meine Laune besserte... Leute, die mich ein bisschen kennen, dürften das schonmal erlebt haben. Moritz war davon scheinbar noch schlechter drauf - irgendwie verstehe ich es auch. Du hast grad gekündigt, hast Hunger, weil du heute noch nichts gegessen hast, die Stadt liegt im grauen Regen, dir ist kalt und du hast nichtmal 'ne Regenjacke.. Und neben dir läuft so ein Kunde, der dir von seiner guten Laune erzählt. Ein öffentliches Sorry dafür an Moritz. :D
Jedenfalls rannten wir über eine weitere Ampel, zurück unter so eine Passage, als uns eine Frau ansprach. "Hey Jungs, sucht ihr einen Job?", war die Ansage... Und wir dachten nur so: "Das gibt es ja nicht!"

Es handelt sich um Fundraising, also Spenden sammeln für eine Organisation. Kennt ihr diese nervigen Leute auf den Straßen, in farbigem Shirt, versammelt um so einen Stand, denen du in jedem Falle ausweichen willst? Keinen Kommentar. 
Nachdem ich erklärt hatte, dass wir gerade bei "so etwas Ähnlichem" gekündigt hätten (weil: Kein Stundenlohn), schmunzelte sie und sagte: "Ja, bei uns werdet ihr pro Stunde bezahlt."
Interessiert hörten wir zu, waren jedoch skeptisch, schließlich kamen wir gerade aus so einer Art Job. 

Dennoch optimistisch gestimmt (zumindest einer von uns beiden) gingen wir zum Banktermin. Als es gerade richtig anfing zu schütten und ich lachend verlauten ließ: "Trotzdem ist heute ein guter Tag!", meinte Moritz halb verzweifelt und halb lachend: "Wenn du so weiter machst, hau ich dir noch eine rein"! Deshalb gingen wir - zu meinem eigenen Schutz - nach erfolgreicher Kartenaktivierung - erstmal frühstücken, um Moritz zu besänftigen. (Nicht vergessen: Hunger macht böööse!)



Anschließend schlug ich vor, nochmal in der Member's Lounge vorbeizuschauen und mich zu erkundigen, ob es jobtechnisch etwas Neues gebe. Der durchweichte Moritz stapfte derweil zurück ins Hostel. Ich sprach mit Kerri, der ich zuvor schon von der ganzen Milchmannsache erzählt hatte und die uns geraten hatte, diesen Job zu verlassen, und berichtete ebenfalls vom eventuell in Aussicht stehenden Fundraising. Erstaunt hörte sie zu und fragte nach der Firma, und bestätigte, dass diese wohl seriös sei und sie selbst auch schon viele Leute dort hingehschickt hätte. Begeistert erzählte ich Moritz davon, und wir informierten auch gleich Sören und Aaron, die ja auch noch einen Job suchten.
Morgen ist jedenfalls das Interview, und wir haben uns geschworen, trotzdem skeptisch zu bleiben. Irgendwie klingt das Ganze dann doch noch zu schön, um wahr zu sein. Wir werden sehen - halten euch aber in jedem Fall auf dem Laufenden. 

So viele Ereignisse an einem Tag... Mal schauen, was heute noch so passiert. Ich nehme an, wir werden noch ein paar CVs verteilen, immerhin ist heute ein guter Tag. :P

Abendplanung? Da wir morgen um 8.45 Uhr das Vorstellungsgespräch haben, wird das wohl kein langer Abend. Allerdings haben wir vor, gegen späten Nachmittag das IMAX zu besuchen - das Kino in Darling Harbour, das übrigens die größte Leinwand der Welt hat. Wird sicher cool. 

In diesem Sinne erstmal bis später,

Eure Wombats 1 und 2

2 Kommentare:

  1. am allergeilsten is ja, wie unkommentiert ihr das frühstücksbild lasst :DDD
    Ich könnt mich wegschmeißen xD

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