Also haben wir uns vom 17. bis 21. März ein Auto bei „Wicked Campers“ gemietet, in welchem wir auch schlafen und die Great Ocean Road abfahren konnten. 49$ plus 25$ für die Versicherung pro Tag geteilt durch zwei. Die Versicherung hätten wir uns im Nachhinein auch sparen können, weil darin kaum etwas inbegriffen war. Lediglich die Frontscheibe und die Reifen waren versichert. Zudem war der Schaden versichert, falls wir einen Unfall bauen und den anderen Beteiligten nachweisen können. Unfälle mit Tieren, der Unterboden, alle restlichen Scheiben, das Dach, Diebstahl, etc. waren nicht mit inbegriffen. Außerdem war es uns nur erlaubt, am Tag zu fahren. Alles was nachts passierte, war ebenfalls nicht versichert. Aber Hauptsache wir haben eine Autoversicherung. Egal. Besser man hat, als man hätte.
TAG 1
Ich hatte demnach geteilte Gefühle. Einerseits habe ich mich auf das Autofahren gefreut, andererseits kam es mir so vor, als wäre ich noch nie alleine Auto gefahren. Etwas Bammel hatte ich also schon. „Wird schon schief gehen“, dachte ich mir nur, und dann übergab mir ein Mitarbeiter die Schlüssel und führte mich zu dem Auto, welches wir vorher noch nie gesehen hatten. Als ich es dann gesehen hatte, habe ich den Mann direkt gefragt, ob er mir das richtige Auto zugeteilt habe. Wir wollten ja wie gesagt im Auto schlafen. Er meinte nur, dass kein Fehler vorliege und er mir zeigen werde, wie man das Auto umbaue. Ein Suzuki Alto. Kleiner ging es echt nicht.
Nachdem er mir nur in der Theorie alles erklärt hatte, war er direkt wieder verschwunden.
Ich habe mich also in unser neues Zuhause gesetzt und bin losgefahren. Nach kurzer Zeit fühlte ich mich schon pudelwohl und der Linksverkehr bereitete mir keine Schwierigkeiten. Mein Grinsen bei den ersten Metern, oder Kilometern besser gesagt, war unbezahlbar. Habe mich wie ein kleines Kind gefreut. Wieder Autofahren, wie geil!!
Voller Motivation bin ich dann Tanken gewesen, um danach Matze von Arbeit abzuholen. Alles ohne größere Probleme.
Nachdem Matze das Auto gesehen hatte, musste er auch erstmal lachen und holte seine Kollegen, um sie auch an dem Spaß teilhaben zu lassen.
Zusammen haben wir das Auto dann nochmals richtig unter die Lupe genommen und alles ausprobiert. Zu meiner Freude war die Musikanlage wirklich gut, da das Auto so gut wie neu war und erst 3.000 km gefahren ist.
Ja! Ich habe mich bis dahin zusammengerissen und erst dann die Musik angemacht!
Wir mussten nur feststellen, dass bei dem Campingset für 15$ nur das Navi da war und die Stühle plus Tisch fehlten.
Da der Autoplatz von Wicked so gut wie auf dem Weg lag, sind wir also noch einmal vorbeigefahren und haben uns den Rest abgeholt.
Getreu dem Motto „Ist hier jetzt eigentlich auch Links vor Rechts?!“ ging es dann gegen 13 Uhr endlich Richtung Great Ocean Road.
Die Probleme mit dem Navigationsgerät fingen auch gleich nach den ersten drei Kurven an, aber wir haben den Weg aus Melbourne dann doch schnell gefunden.
Auf dem „Princes Highway“ fuhren wir nun nach Geelong, um dann über Anglesea nach Lorne auf die Great Ocean Road zu kommen.
Der Highway war dreispurig und die Höchstgeschwindigkeit 100 km/h. Dazu muss man nicht viel sagen …
Danach ging es mit einem Fahrertausch direkt weiter nach Lorne. Matthias hatte sich dann auch nach einem kurzen Ausflug auf die rechte Fahrbahnseite auch an den Linksverkehr gewöhnt und es gab keine weiteren Probleme. Man stellt es sich wirklich schwieriger vor, als es tatsächlich ist.
In Lorne angekommen, haben wir uns für den Abend ein Schnitzel, Gulaschspieße und weitere Kleinigkeiten gekauft.
Janines Hinweis auf „Teddys Lookout“ und die „Erskine Falls“ sind wir dann auch gefolgt, und der Ausblick, bzw. der Wasserfall, haben sich wirklich gelohnt.
Nach einem weiteren Fahrertausch haben wir am Strand von Lorne nochmals kurz angehalten und Fotos gemacht. Letztendlich musste Matze dann wieder weiterfahren, weil ich wirklich völlig unerwartet nasse Füße bekommen hatte …
Aber egal auf welcher Seite man im Auto saß, die folgende Küstenstraße war einfach absolut sehenswert. Es ging direkt an der Küste kurvenreich dem Sonnenuntergang entgegen. Ab und zu waren „Scenic Lookouts“ ausgeschildert, kurz vor dem Sonnenuntergang haben wir dann an einem der Lookouts etwas länger Halt gemacht, weil der Blick in Richtung Sonne einfach wundervoll war. Wie auch sonst, waren drei andere deutsche Backpacker mit ihrem Van dort, sind aber aus der anderen Richtung gekommen. Dadurch haben wir wieder einmal ein paar Hinweise bekommen und nach einigen Fotos sind wir dann weiter nach Apollo Bay gefahren.
Die Great Ocean Road blieb bis dahin auch wie gewohnt die kurvenreiche Küstenstraße mit vielen weiteren Ausblicken.
In Apollo Bay angekommen war es dann schon etwas dunkel und nach kurzem Suchen haben wir dann einen Campingplatz für 25 $ die Nacht gefunden. Mitten auf einer Wiese standen wir dann neben einem Van von zwei anderen Backpackern. Deutsche.
Der Umbau gestaltete sich folgendermaßen:
Schritt 1 - Alles aus dem Auto räumen
Schritt 2 - Sitze hinter klappen
Schritt 3 - Holzbalken in Verankerung einhängen
Schritt 4 - Bretter auf Balken legen
Schritt 5 - Matratze auf Bretter legen
Fertig!
Die ganzen Sachen mussten wir dann in jede zu findende Lücke packen, aber der Großteil wurde in der Box auf dem Dach verstaut.
Nun mussten wir nur noch den Gaskocher zum Laufen bringen und unser Abendessen machen. Nur war es schon so dunkel, dass wir den Campingtisch und alle Utensilien 50 m zu einer Laterne direkt am Straßenrand getragen haben, um dann festzustellen, dass wir kein Feuerzeug dabei hatten.
Letztendlich ist aber alles glatt gelaufen und das Essen war köstlich.
Zurück im Auto wurde noch einmal kurz mit Dominic in Perth per FaceTime telefoniert, der sich vor Lachen über unseren Palast auch kaum noch zusammenreißen konnte. Danach haben wir die Fenster einen Spalt breit geöffnet und haben geschlafen.
Ein gelungener und abenteuerlicher Start für unseren Kurzurlaub auf der Great Ocean Road.
Das war der Zeitpunkt, als wir ihn das letzte Mal gesehen haben …
TAG 2
Gegen 8:30 Uhr sind wir dann weiter gefahren und haben am Strand von Apollo Bay gleich wieder gehalten, um Fotos zu machen. Plötzlich kam ein Mann mit einem Surfbrett und war genauso schnell schon wieder im Wasser. Sein Hund hat aber brav gewartet, war sehr zutraulich und hat sich über eine Streicheleinheit sichtlich gefreut. Seine unterschiedlich gefärbten Augen haben ihm zwar einen schrägen Blick verpasst, aber eigentlich war er ganz süß.
Die Great Ocean Road führt nach Apollo Bay etwas durchs hügelige Inland, durch den Great Otway National Park, wo wir einen kleinen Abstecher zum Cape Otway Lighthouse (Leuchtturm) wagten.
In Lavers Hill wagten wir einen weiteren Abstecher von der Great Ocean Road, was im Nachhinein mehr oder weniger sinnlos war, da man zu einem Wasserfall etwa eine Stunde laufen musste, wir aber noch viel anderes auf der Great Ocean Road vorhatten an diesem Tag.
Zurück auf dem Weg zur Great Ocean Road haben wir in Lavers Hill an der Information noch einmal gehalten und uns Kartenmaterial geben lassen.
Auf dem Parkplatz stand dann ein anderer Suzuki Alto eines älteren Mannes neben uns. Als wir ihm erzählt haben, dass wir darin schlafen, musste er auch erstmal lachen und hat uns dann noch viel Glück auf unserer Reise gewünscht.
Schließlich führte uns die Great Ocean Road wieder Richtung Küste und da fuhren wir über einen Schotterweg dann zur „Moonlight Head Bay“, wo wir nach 366 Stufen ein altes Ehepaar am Strand trafen, die uns warnten, nicht zu weit zu gehen, da die Flut kommen würde.
Am nächsten Lookout haben wir die beiden wiedergetroffen und uns etwas unterhalten. Die Frau berichtete uns, dass ihr Opa ihr erzählt hatte, dass an dieser Stelle mal ein Schiff untergegangen war, das von einer Ausstellung in London kam. Beim Schiffbruch waren dann alle Ausstellungsstücke an den Strand gespült worden. Das alles geschah irgendwann im 19. Jahrhundert und irgendwie war das beeindruckend, Erzählungen aus dieser Zeit aus zweiter Hand zu hören.
Schließlich führte unser Weg dann weiter zu den „Gibson Steps“, kurz vor den berühmten „Twelve Apostles“. Das war der Anfang der bekannteren Touristenziele auf der Great Ocean Road und pünktlich zu diesem Zeitpunkt gab der Akku von Matzes Kamera den Geist auf.
Deshalb entschieden wir uns dazu, die Nacht in Port Campbell zu verbringen, um dann am nächsten Morgen ab den „Gibson Steps“ neu Anlauf zu nehmen.
Auf dem Weg nach Port Campbell haben wir trotzdem an jedem der bekannten Lookouts angehalten und Fotos mit unseren iPhones gemacht. Wie beeindruckend das war, lässt sich kaum formulieren und selbst die Fotos spiegeln die Realität nur schlecht wieder. Schönster Sonnenschein und wenig Wind und trotzdem waren die Wellen so groß, dass sie an der Küste meterhoch spritzten und man selbst oben auf der Steilküste ab und zu leichte Tropfen abbekam. Das Wasser war an der Küste nur noch weiß und nicht mehr blau, weil es so aufgewühlt war.
| Gibson Steps |
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| Gibson Steps Panorama |
| Twelve Apostles |
| Loch Ard Gorge |
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| UNSER Mietwagen |
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| Weg zum Sherbrooke River |
In Port Campbell suchten wir dann nach einem Campingplatz und fanden neben dem „Holiday Park“ noch einen weiteren, abgelegenen und scheinbar verlassenen oder geschlossenen Campingplatz. Wir waren uns aber nicht sicher, dort zu nächtigen und bezahlten die 34$ für den „Holiday Park“ und genossen den Strom, die Küche, die sanitären Einrichtungen und jede Menge Access Codes für jegliche Eingänge.
| da haben wir unseren Stellplatz doch voll ausgenutzt ;) |
Ein kurzer Spaziergang durch das Dorf brachte uns dann noch vier Würste für das Abendessen.
Um etwas Abwechslung hineinzubringen, haben wir in der Küche diesmal ein ein paar Deutsche getroffen. Drei Studenten und ein Pärchen, die jeweils mit ihren Vans unterwegs waren. Dazu saßen noch drei Mädchen aus Österreich oder der Schweiz an einem Tisch. Sonst niemand.
Von den Pärchen lernten wir dann das „Vorkochen“. Das heißt, dass man auf einem bezahlten Campingplatz in der Küche Mahlzeiten für die nächsten Tage kocht, um diese auf kostenlosen Campingplätzen mit dem Gaskocher nur noch warm machen zu müssen. Damit spart man Zeit und Geld für das Gas des Gaskochers. Zudem ist es einfach bequemer und weniger stressig. Clever!
Danach wurden noch die Bilder auf meinen Mac kopiert und etwas sortiert, Akkus geladen und dann war auch schon Schlafenszeit. Unser Auto hatten wir diesmal im Hellen schon umgebaut.
TAG 3
Also ging es nach der morgendlichen Hygiene und dem Umbau des Autos zügig los, ein paar Kilometer zurück zu den „Gibson Steps“, wo wir auch rechtzeitig ankamen. Der begehbare Strand war menschenleer und erst kurz nach Sonnenaufgang traf der erste Reisebus ein.
Danach machten wir noch einmal Halt bei den „Twelve Apostles“ und nach etlichen Fotos fuhren wir zurück nach Port Campbell. „Loch Ard Gorge“, „Thunder Cave“ und den „Sherbrooke River“ ließen wir aus, weil wir da schon genug Zeit am Vortag verbracht hatten.
| Blick auf Gibson Steps |
Zurück auf dem Campingplatz gab es dann erstmal Frühstück in der Küche, wo wir die Deutschen und die drei Mädchen wiedertrafen. Ich kam mir vor wie in Österreich … drei einheimische Mädchen und ein paar deutsche Touristen. „Austria, not Australia“ war das Motto.
Unser Bauernfrühstück war jedenfalls lecker und kurz nach 10 Uhr haben wir Port Campbell in Richtung Warrnambool verlassen. Natürlich nicht, ohne unsere Nudeln „vorgekocht“ zu haben.
Die Lookouts waren natürlich wieder beeindruckend und ich hoffe, dass die Stimmung auf den Bildern wenigstens ein wenig vermittelt wird.
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| The Arch |
| London Bridge |
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| The Grotto |
Unser nächster Stop war dann ein unscheinbarer Lookout, der „Halladale Point“, wo man eine guten Blick auf die „Bay of Islands“ hatte. Die Wellen da sahen wie richtige „Surferwellen“ aus, nur dass das Surfen zu gefährlich wäre, da man ja dann direkt gegen die Steine geschmettert werden würde.
Eine sehr gute Entscheidung, dort noch einmal anzuhalten!
Danach haben wir nur noch einmal kurz an einer anderen Bucht Halt gemacht, deren Namen uns leider entgangen ist.
Der Letzte Halt war dann an der „Boat Bay“, die so heißt, weil es da eine Einlaufstelle für Boote gibt.
Damit waren die Highlights der Great Ocean Road abgegrast und die Straße führte im Zickzack weiter nach Warrnambool.
Auf dem Weg dahin haben wir jedoch aus Spaß bei der „Cheeseworld“ mit einem Käsemuseum und einem Käseladen angehalten.
Die Käse-Kostproben waren im Zusammenspiel mit den Dips so lecker, dass wir das Angebot „Zwei Käseblöcke für 5$“ wahr genommen haben und die Verkäuferin war so nett, dass sie uns zwei der Dips kostenlos in zwei kleine Becherchen abgefüllt hat.
Danach ging es dann um zwei Stück Käse und zwei Dips reicher weiter nach Warrnambool, wo wir im Woolworths (einem Supermarkt), noch Kekse und Weintrauben gekauft haben.
Zügig fuhren wir weiter nach Port Fairy und machten einen „one hour walk“ auf „Griffiths Island“.
Eine schöne, gemütliche, ostseeähnliche Insel mit einem Leuchtturm und einem Steg.
Portland hieß unser nächstes und westlichstes Ziel. Kurz davor hatten wir einen kostenlosen Campingplatz besichtigt, der, weit ab von der Hauptstraße, mitten in einem Wald lag und bei dem die Straße kurz davor zu einem Schotterweg wurde. Dort angekommen, standen doch tatsächlich einige Autos und Campervans da. Dieser Platz sollte also unser Nachlager sein, aber wir hatten noch Zeit bis zum Sonnenuntergang und sind deshalb noch um Portland herum zum „Cape Bridgewater“ gefahren.
Wir waren aber nicht die Einzigen. Ein altes Ehepaar aus Sydney hatte sich mit einem Caravan niedergelassen und hatte wahrscheinlich vor, dort zu übernachten. Zwei der Parkplätze waren nämlich mit einem Campingschild versehen.
Wir blieben aber erstmal auf dem normalen Parkplatz und sahen uns den „Petrified Forest“ an. Säulenartige Steine, die schon ein wenig wie ein erstarrter, etwas zusammengefallener Wald aussahen. Dadurch haben diese Steine auch ihren Namen.
Nur ein paar Schritte in die andere Richtung befand sich der „Blowholes Lookout“, der uns wahnsinnig beeindruckte! Mit direktem Blick aufs Meer, dem Sonnenuntergang und einer Steilküste, an dem die Wellen noch höher spritzen, als zuvor … Genial!
Wer Matthias auf den nächsten beiden Bildern findet, bekommt einen guten Eindruck
über die Größenverhältnisse ... ;)
Als wir dann etwas mit dem Ehepaar redeten, fiel unsere Entscheidung darauf, auch hier zu schlafen, obwohl es scheinbar nur Caravans und Wohnmobilen erlaubt war, hier über Nacht zu campen. Wir hatten in unserem Auto schließlich keine Toilette, etc. und es gab auch keine öffentlichen sanitären Anlagen an diesem Ort.
Falls überhaupt jemand kommen sollte, könnten wir uns schon irgendwie herausreden.
Der Autoumbau gelang nach und nach auch immer flüssiger.
Bevor die Sonne ganz untergehen sollte, haben wir unsere Campingstühle, bzw. Hocker und unsere Nudeln gepackt und uns direkt an die Küste gesetzt, den Sonnenuntergang beobachtet, unser Abendessen genossen und den Wellen zugesehen - Perfekt!
Wir waren uns einig, dass dieser Sonnenuntergang einer der besten, oder auch der beste Sonnenuntergang war, den wir je erlebt haben. Es war einfach traumhaft!
TAG 4
Gegen 9 Uhr haben wir unser Auto wieder auf den normalen Parkplatz gestellt und sind entlang der Küste und dem sogenannten „Great Southern Walk“ zum richtigen „Cape Bridgewater“ gelaufen. 5,5 km vom Parkplatz entfernt sollte es auch eine „Seal Colony“ (Seelöwen) geben. Es gab zwar keine Garantie, wirklich wilde Seelöwen zu sehen, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Schon nach kurzer Zeit trafen wir auf ein erstes Känguru direkt am Wegesrand. Kurz darauf folgte das nächste und so ging es dann auch weiter. Manchmal war man den Kängurus richtig nah und die haben einen dann nur skeptisch angesehen. Auf dem Hinweg waren die süßen kleinen Beuteltiere für uns noch ein echtes Highlight!
Der Weg führte entlang gigantischer Steilküsten und außer uns war auch sonst keine Menschenseele unterwegs. Es war wirklich beeindruckend!
Irgendwann zweifelten wir schon daran, überhaupt irgendwann die „Seal Colony“ zu erreichen, aber wir liefen trotzdem weiter.
Schließlich kamen wir am „Cape Bridgewater“ an und nur ein paar Meter weiter stand ein Infoschild mit Seelöwen darauf. Ein Blick die Küste herunter bestätigte unsere Zweifel vorerst. Ein zweiter Blick nach ein paar Minuten lohnte sich aber. Da sind doch tatsächlich kleine Seelöwen im Wasser.
Da der Abhang nicht zu steil war, kletterten wir etwas herunter, um ihnen ein Stück näher zu sein. Dadurch hatten wir auch einen besseren Blick um die Küste herum und wir entdeckten immer mehr Seelöwen, die sich sonnten und im Wasser herumtollten. Von oben hätte man die nicht gesehen.
Es wäre sogar möglich gewesen, bis ganz nach unten zu klettern, aber da eine Stelle durch Schotter wirklich sehr rutschig war und der Abhang direkt daneben lag, haben wir uns dagegen entschieden. Wirklich schade, aber es gibt Schlimmeres.
Auf dem Rückweg waren die Kängurus keine Besonderheit mehr, auch wenn sie manchmal direkt vor einem aus dem Busch weghüpften. Wir hatten ja schon einige auf dem Hinweg gesehen.
Also fuhren wir mit unserer Knutschkugel nach Portland und haben unsere Geräte in der kleinen Bücherei aufladen können.
So etwa gegen 16 Uhr sind wir dann weiter zum „Cape Nelson“ gefahren, haben einige Fotos gemacht und sind zurück nach Portland.
Eigentlich war unser Plan, nach Portland hoch zu den „Grampians“ zu fahren, aber da es dort vor Kurzem Waldbrände gegeben hatte und der komplette Norden gesperrt war, entschieden wir uns dazu, die Great Ocean Road zurückzufahren, um einfach die Straße und das Autofahren zu genießen. Zudem könnten wir an den schönsten Stellen noch einmal anhalten.
Demnach fuhren wir zurück durch Warrnambool, wo wir für 1,459 $/l günstig etwas auftankten, und an der „Cheeseworld“ vorbei zu den „Bay of Islands“, wo wir den Sonnenuntergang beobachteten. Wunderschön!
Unser Plan A war, mit den gleichen Access Codes in Port Campbell wieder auf den Campingplatz zu kommen. Wir warteten aber in Port Campbell noch etwas an dem kleinen Strand, bis die Rezeption geschlossen hatte.
Dort aßen wir unseren gekauften Käse mit den Dips, Keksen und Weintrauben - Lecker!
Nur mussten wir dann an der Eingangsschranke zum „Holiday Park“ feststellen, dass der Code nicht mehr funktionierte. Lediglich das Pedestrian Gate (Fußgängereingang) funktionierte noch.
Plan B war der verlassene Campingplatz, der ja sogar ausgeschildert war. Aber er „war“ es eben nur - Das Schild war weg, weshalb wir nur durchgefahren sind und direkt danach erst einmal angehalten haben. Es war uns nicht so ganz geheuer und wie sich herausstellte, war das auch die richtige Entscheidung, dort nicht zu übernachten.
Stattdessen klingelten wir bei dem nächstbesten Anwohner abends halb 10 und fragten ihn, ob wir unser Auto nicht eventuell auf seinem Grundstück parken könnten. Das war absolut kein Problem und der nette Mann hat uns direkt erlaubt unser Auto irgendwo auf der großen Wiese neben seinem Haus zu parken … so einfach kann es gehen. Und das auch noch komplett kostenlos.
Der Blick in den Himmel war unbeschreiblich schön. Es war eine sternenklare Nacht und da es kaum Licht gab, hat man richtig viele Sterne gesehen! Ich glaube so einen klaren und deutlichen Sternenhimmel hatte ich vorher noch nie zu Gesicht bekommen.
Dieser Fakt hat uns dazu verleitet, nochmal auf den verlassenen Campingplatz zu gehen, der direkt neben dem Haus lag und es dort wirklich komplett dunkel war. Mit Matzes Kamera haben wir dann versucht, den Himmel als Bild festzuhalten, was uns aber nicht ganz so gut gelungen ist.
| ... :D |
Plötzlich kam ein Auto auf den Platz und wir dachten, dass doch tatsächlich jemand hier schlafen will - Pustekuchen! Das war die Polizei …
Als uns der Polizist in seinem Jeep fast umgefahren hätte und dann das Licht an der Seite des Wagens anmachte, erblindeten wir fast. Er fragte uns, ob wir denn hier schlafen würden und wir erklärten ihm, dass wir bei einem Anwohner auf dem Grundstück stehen. Da machte er das Licht wieder aus und fuhr direkt weiter über den kompletten Platz, bis er jede Ecke ausgeleuchtet hatte, um dann wieder zu verschwinden.
Na ein Glück! Der hätte uns garantiert eine gehörige Strafe aufgebrummt.
Sehr erleichtert sind wir dann zurück zu unserem Auto gelaufen, welches wir schon in Rekordzeit umgebaut hatten und sortierten noch die restlichen Bilder auf meinem Mac.
TAG 5
Der letzte Tag brach an und es regnete leicht, aber wir haben den Umbau trotzdem relativ trocken hinbekommen. Durch das Pedestrian Gate am „Holiday Park“ sind wir dann nochmal in die sanitären Einrichtungen gegangen und haben uns dann auf den Weg gemacht.
In Lavers Hill angekommen, haben wir uns dann dazu entschieden, doch nicht die Great Ocean Road weiter zurück zu fahren, sondern über Colac auf dem „Princes HWY“ nach Geelong und Melbourne zu gelangen.
An einer unscheinbaren Kreuzung haben wir dann einen ebenso unscheinbaren Laden gesehen, wo wir uns prompt nochmal umgesehen haben. Einfach nur herrlich!
Teils Museum mit alten Geräten der Landwirtschaft und aus dem Haushalt, teils Einkaufsmarkt und teils Café.
Das Sortiment war sehr begrenzt, aber es gab alles, was man so benötigt. Nur eben in geringer Auflage. So konnte man eine Packung Nudeln, oder 2x Pesto, oder eine Zahnbürste, … kaufen.
Mit einem Kaffee Latte und einem Chailatte haben wir uns dann in den Laden gesetzt und zum Schluss noch kurz mit der netten Inhaberin unterhalten. Nachdem Matze noch zwei Kleinigkeiten zur Freude der guten Frau gekauft hatte, sind wir dann weitergefahren.
Die Fahrt gestaltete sich unspektakulär. Nur einmal musste ich schmunzeln, als ein einem Ort ein Schild mit der aktuellen Geschwindigkeit des Autos stand. Es war eine 60-Zone und das Schild zeigte mir „62“ an und forderte mich mit „SLOW DOWN“ auf langsamer zu fahren. Als ich dies tat und das Schild „57“ anzeigte, bedankte es sich mit „THANKS“ … Hier in Australien sind sogar die Verkehrsschilder nett und freundlich.
Irgendwann sind wir dann wieder in Melbourne angekommen und da wir noch etwas Zeit hatten, bis wir das Auto zurückgeben mussten, wollten wir unsere Sachen erst ausladen, um das Auto dann an einer Tankstelle zu säubern und zurückzubringen.
Nur hatten wir für unsere Wohnung keine Schlüsselkarte und scheinbar war niemand da. Alle waren arbeiten und konnten nicht ans Telefon gehen. Also hat sich Matze auf den Weg gemacht, das Auto sauber zurückzubringen, während ich auf unsere Sachen vor der Wohnung aufpasste und den Blog in Stichpunkten vorbereitete.
Als dann Nicole von Arbeit kam, stellte sich heraus, das die ganze Zeit jemand in der Wohnung gewesen war, der aber offensichtlich geduscht hatte, als wir mehrmals immer lauter geklopft hatten … dumm gelaufen, aber es hat trotzdem alles geklappt. Über den vergessenen Tisch hat sich Wicked auch nicht beklagt, falls die das überhaupt mitbekommen haben.
Die gewaltigen Steilküsten, die wunderschönen Ausblicke, der gigantische Wellengang und die atemberaubende Küstenstraße sind einfach nur faszinierend, einzigartig und absolut sehenswert!
Eure Wombats 1 & 4



















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