Montag, 10. März 2014

IF YOU CAN DREAM IT YOU CAN DO IT

Aus gegebenem Anlass gibt es von mir (Moritz) heute auch mal wieder einen Post, um die Regelmäßigkeit unseres Blogs nicht aus den Augen zu verlieren …
Deshalb dreht sich in diesem Post alles „nur“ um das Future Music Festival, welches in ganz Australien an 2 Wochenenden herumtourt. 
Das Augenmerk dabei liegt auf elektronischer Musik mit vielen Stars der EDM Szene (Electronic Dance Music). Doch auch international bekannte Größen wie Pharrell Williams, Macklemore und Phoenix sind hier anzutreffen. 
Wie jedes Festival, welches in den großen Städten Australiens stattfindet, beginnt auch dieses in der Mittagszeit um 11:30 Uhr und endet im Vergleich zu europäischen Festivals zeitig, am frühen Abend um 22 Uhr. Bis auf das Stereosonic Festival füllen alle anderen Festivals auch nur einen Tag. Das heißt, das komplette Festivalgelände, alle Bühnen, Dekorationen, Stände, Begrenzungen, etc. werden nur für den einen Tag aufgebaut und in der Nacht beginnt schon wieder der Abbau. Aber scheinbar lohnt es sich. 
Das Stereosonic Festival war dieses Jahr das erste Festival, welches 2 Tage andauerte. Anfangs habe ich mich schon gefragt, warum die damit so viel werben, weil es aus europäischer Sicht nicht so spektakulär ist, um das so stark hervorzuheben. Mittlerweile verstehe ich es. 

Doch zurück zum Future Music Festival. Alles begann in Sydney, am Beginn meiner Reise, wo ich mich über derartige Festivals informiert habe. Schnell stand meine Entscheidung fest, dass ich mir mindestens für Stereosonic oder für Future Music Tickets besorgen wollte. Da beide Festivals in Brisbane, Sydney, Melbourne, Adelaide und Perth stattfinden, sollte das schon irgendwie machbar sein. 
Angekommen in Melbourne arbeitete ich zusammen mit Dominic beim Stereosonic Festival als Showcleaner. Da wir aber die Nachtschicht hatten und „nur“ die letzte Stunde am zweiten Tag kostenlos miterleben durften, entschied ich mich auf jeden Fall zum Future Music Festival zu gehen. Ich kaufte aber noch keine Tickets, weil es anfangs hieß, dass es dort auch Arbeit geben wird. 
So wartete ich geduldig und der Fakt, dass es durch das „WORKER Armband“ möglich ist Backstage auf die Stars zu warten, ließ mich immer stärker auf das Future Music Festival hin fiebern. Warum? Weil dort der laut „DJ Mag Top 100“-Liste der beste DJ der Welt und mein persönlicher Lieblings-DJ auflegen würde. Die Rede ist von dem 26-Jährigen holländischen DJ Hardwell. Ich kann gar nicht aufzählen, wie oft ich seitdem davon geträumt und mir verschiedene utopische Szenarien ausgedacht habe. 
Nach und nach wurde es aber immer unsicherer, ob es wirklich Arbeit geben würde. Letztendlich gab es keine …
Doch beim Soundwave Festival traf ich zufällig Hans, einen belgischen Backpacker, der auch als Showcleaner gearbeitet hatte. Er begrüßte mich also in seinem neuen blauen T-Shirt von Clean Event, einer anderen Firma, und es kam raus, dass Clean Event beim FMF engagiert worden war. Nachdem er mir die Nummer von Clean Event gegeben hatte, täuschten wir beide weiter vor zu arbeiten, bevor uns ein Supervisor beim Nichtstun erwischte. 
Am nächsten Arbeitstag rief ich nun also dort an, schickte anschließend meinen CV an deren E-Mail Adresse und wunderte mich, warum man unbedingt einen CV zum Müll aufsammeln benötigt.
Nichtsdestotrotz wartete ich vergeblich auf eine Antwort und rief Karen, die Chefin von Clean Event, auch ab und zu an. 

Am Samstagabend war mir dann klar, dass ich weder Arbeit noch ein Ticket für das am Sonntag stattfindende FMF hatte. 
Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Beim Soundwave Festival war es auch möglich unter dem Vorwand „Cleaner“ zu sein, einfach so auf das Festivalgelände zu gelangen. 
Das war also mein Plan für Sonntag und meine drei Mitbewohner hatten das Gleiche vor, bis die drei am Abend davor von unserer Chefin auf die Gästeliste gesetzt wurden. Quasi als Abschiedsgeschenk, weil sie heute (Montag) weiterreisen. 
Mein Plan B sah dann also so aus, dass ich mich mit den Dreien bei der Gästeliste anstelle und beteuere eigentlich auch auf der Liste zu stehen und dass das ein Fehler sein muss, dass ich nicht drauf stehe.
Also fuhr ich etwas eher als die drei zum Flemigton Racecourse und versuchte mein Glück. 

Vergebens. Niemand ließ mich rein. 
Betrübt wartete ich also auf die anderen, aber ich hatte ja noch einen Plan B. 
Etwas später stellten wir uns alle zusammen bei der „Guest List“ an und warteten eine halbe Ewigkeit, bis wir endlich an der Reihe waren. Offensichtlich ist es ziemlich kompliziert Namen von dem Personalausweis in die Suchfunktion am Laptop abzutippen. 
Vermutlich waren die lieben Leute einfach nur zu verwirrt, weil öfter jemand nicht auf der Liste stand. 
Durch glückliche Umstände gelang es mir doch mit einem silbrigen Crew Armand das Gelände zu betreten. Zudem hatte ich dadurch auch Zugang zum Backstage Bereich.



Da standen wir also auf dem Festivalgelände und fingen bei dem DJ R3hab auf der Mainstage an, die Musik zu genießen. 






Martin Garrix und Dyro haben wir durch das Anstehen leider verpasst, was aber wiederum nicht so schlimm ist, weil wir alles vollkommen kostenlos bekommen haben. Sowas kann man da schon verkraftend zur Kenntnis nehmen. 
Nachdem R3hab’s Equipment durch die Hitze kurzzeitig den Geist aufgegeben hat ging es nach seinen Worten „It’s so hot in here that the equipment shut down.“ („Es ist so heiß hier, dass das Equipment abgestürzt ist.“) munter weiter. 
Danach war Dada Life an der Reihe, die eine gute Show ablieferten. Lustige Animationen auf der LED Wand, ein großer aufgeblasener „DADA LIFE“ Schriftzug auf der Bühne und eine Menge aufgeblasene Bananen, die zu dem Lied „Feed The Dada“ in die Menge geworfen wurden. 




Nach etwa 20 Minuten wechselten wir aber die Stage, weil es zum einen unbeschreiblich heiß war und wir unbedingt was trinken wollten und zum anderen wollte Chiara mal Netsky life erleben. Zu unserem Glück spielten die im „Hounted House“, welches von Knife Party präsentiert wurde - ein Zelt. Das bedeute endlich Schatten. 
Vorher fanden Miriam und Chiara aber einen Stand von Lipton Ice Tea, die den ganzen Tag kostenlos Eistee in kleinen 0,2l Dosen zur Verfügung stellten. Wahnsinn! Das hatte ich zwar schon beim Big Day Out Festival gesehen, aber da waren die Leute nach einiger Zeit wieder verschwunden. 
Netsky war jedenfalls gar nicht mal so schlecht, doch Thomas und ich wechselten wieder zum Ende von Dada Life, weil danach Pharrell Williams angesagt war. Die Mädels blieben noch eine Weile bei Netsky im schattigen Hounted House Zelt. 
Wir beide drängelten uns währenddessen ziemlich weit vor und ich war bei weitem nicht so von Pharrell Williams angetan, wie die meisten anderen. Als er die Bühne betreten hatte, machte die Menge einen Lärm, wie ich ihn sonst glaube ich noch nirgendwo gehört habe, wenn ein Star die Bühne betritt. 
Ich fand seinen Auftritt nicht schlecht, keine Frage. Er war richtig gut, hat eine gute Show gemacht und es sehr gut überspielt, dass das Equipment in der halben Stunde seines Auftrittes geschätzte 5-10 Mal abgestürzt ist. 
Für die letzten Songs hat er sogar etwa 20 Frauen aus dem Publikum auf die Bühne kommen lassen, die überglücklich dazu getanzt haben. 



Was ich aber sagen muss, der Typ ist wahnsinnig berühmt und auch zu Recht, aber der Hut, den er am Anfang auf hatte, sah einfach nur dämlich aus. Er kann halt machen was er will, die Leute feiern ihn, egal wie dämlich sein Outfit ist. Aber vermutlich habe ich von „Mode“ einfach keine Ahnung … Zu jedem anderen Typ, der so einen Hut trägt, würde man sagen, dass er das Ding absetzen soll, weil es einfach nur bescheuert aussieht. Aber egal, soll er machen. Der Erfolg gibt ihm Recht.
Nach ihm legte der US-amerikanische DJ Kaskade auf, der ganz gut war, aber zugegebener Maßen im Schatten von Pharrell Williams vor ihm und Mackelmore & Ryan Lewis nach ihm stand. 
Bei Mackelmore war wieder die Hölle los. Thomas und ich wurden in den ersten Reihen nur zusammengequetscht und bewegen konnte man sich nur in Maßen. Zudem war die Musik und das Mikrofon sehr leise, weshalb Miriam und Chiara, die von weiter hinten zusahen, deren Auftritt enttäuschend fanden. 
Nach 2-3 Liedern begab ich mich auch auf den Weg raus aus der Menge, weil mir das Gebrülle und Geschreie der Leute auf die Nerven ging. Also habe ich mich mit zwei Dosen Eistee in den Schatten gesetzt und der Musik von außerhalb gelauscht. 



Als ich bemerkte, dass Chuckie zu dieser Zeit auf der „Future Sound System“ Stage auflegte, habe ich mich sofort auf den Weg dahin gemacht. 
Eine absolut geniale Show mit vielen bekannten Liedern und wahnsinnig gut zusammengemixt. Ein „Sitdown“ war auch dabei.
Für alle die, die nicht wissen, was das ist: Alle Leute in der Menge setzten/hocken sich hin, wenn das Lied zum Höhepunkt ansteigt und springen dann alle zusammen auf und feiern, wenn der Beat einsetzt. 



Sitdown

Kurz vor dem Ende seines Sets nutzte ich mein silbernes Crew Armband, um hinter die Absperrung zu kommen und auf ihn zu warten. Ich war sogar kurzzeitig hinten auf der Stage und wollte gerade versuchen ein Foto von ihm zu machen, wie er auflegt, aber da kam ein Mann zu mir und meinte, ich solle doch unten warten, was ich dann auch ganz brav tat. 
Und dann kam Chuckie mit seinen Begleitern ganz lässig und gut gelaunt die Treppe hinunter, schlug mit mir ein, redete mit mir ein bisschen und machte sogar mit mir ein Selfie (ein Selbstportrait mit der Frontkamera des Handys). Ich machte ihn unter anderem darauf aufmerksam, dass ich im Juli letzten Jahres beim Electric Love Festival war, wo andere DJ’s für ihn aufgelegt haben, da er seine Musik verloren hatte. Darauf hin lächelte er kurz und meinte „Yeah, but Showtek saved me.“ („Genau, aber Showtek haben mich gerettet.“) 


Der Mann in schwarz schickte
mich zurück


Anschließend bin ich langsam zurück zur Mainstage gegangen, weil Hardwell bald an der Reihe war. So richtig realisiert hatte ich das zu dem Zeitpunkt nicht, dass ich Chuckie wirklich getroffen hatte. Aber es bestätigte meine Hoffnung, Hardwell dann auch wirklich treffen zu können. 
Auf dem Rückweg traf ich dann zufällig Miriam und Chiara am Eistee-Stand und ich berichtete von meinen ersten Erfolgserlebnissen. 



Wir trennten uns aber wieder, weil die beiden zu Hardwells Auftritt nicht mit in den inneren Bereich der Mainstage kommen wollten. 
Dort angekommen bestätigte mir Hardwell wieder, warum er der weltbeste und mein Lieblings-DJ ist. Er spielte einige bekannte Lieder, aber sein Set war gefüllt von einer Menge neuer Tracks bis endlich „Spaceman“ kam. 



Auf dem Timetable/Zeitplan des Festivals stand 7.40 pm - Hardwell und 9.00 pm - Deadmau5. Aus diesem Grund ging ich davon aus, dass er bis kurz vor 21 Uhr spielen würde und wollte mich kurz nach halb auf den Weg Backstage machen, um ihn auf keinen Fall zu verpassen. Als er jedoch bei Spaceman kurz vor dem zweiten Drop sein Mikrofon zückte und sagte „Melbourne! For the last time raise your energy!“ („Melbourne! Zum letzten Mal, sammelt eure Energie!“), war mir klar - Verdammt! Sein letztes Lied … und ich stehe hier mitten in der Menge und habe so viele Menschen hinter mir. 
Das hielt mich aber nicht davon ab, es nicht zu versuchen - Challenge accepted! (Herausforderung angenommen!)
Wie von der Tarantel gestochen schubste ich jeden zur Seite, drängelte mich durch die Maßen, trat auf etliche Füße, rempelte jede Menge Leute zur Zeit, rannte zu der Absperrung, wurde natürlich von der Security durchgelassen und rannte Backstage zur Bühne, als stünde mein Leben auf dem Spiel. Der einzige Satz, der mir in der ganzen Zeit im Kopf herumschwirrte war „Du schaffst das!“. 
Hinter der Bühne angekommen fragte ich völlig aus der Puste einen nach dem anderen, ob Hardwell hier lang kommen würde, bis endlich ein Mann am Auto meinte „Yes, we are waiting for him.“ („Ja, wir warten auf ihn.“) 
Geschafft! Er ist noch nicht gegangen! 
Nach ein bis zwei Minuten kam er dann auch endlich von der Bühne und ich konnte meinen Augen nicht trauen. Er ist es wirklich und ich bin wirklich hier. 
Also habe ich ihn angesprochen und fragte ihn, ob wir denn nicht ein Foto zusammen machen könnten und er meinte zu der Security „Yep, if it’s not freaking out we can do it.“ („Ja, solange es nicht ausartet, können wir das machen.“). 
Kaum war das Foto gemacht, kamen schon die nächsten und beim Rumdrehen stand auf einmal Chuckie wieder vor mir. Ich meinte nur zu ihm „Na, du schon wieder?!“ und er schlug wieder mit mir ein, als wäre ich ein altbekannter Freund. Im nächsten Augenblick sah ich einen weiteren DJ, wo ich mir nicht sicher war, ob er es wirklich ist, aber er war es. Bassjackers. Zumindest einer von ihnen. Ich fragte ihn nur „Bist du einer von Bassjackers?“ und er sah mich erstaunt und etwas „ängstlich“ an, als ob er mir ein Haufen Geld schuldet und ich es ihm jetzt abknöpfen wollte und sagte „Si.“ („Ja.“) - Na ein Glück, dass ich Spanisch in der Schule hatte … 
Also machte ich mit ihm auch noch ein Bild und erzählte ihm, dass ich aus Deutschland bin und im Sommer auch zum Electric Love Festival in Salzburg gehen werde. 


nicht das beste Bild.. :D

Danach sah ich mir die Bilder an und bemerkte, dass das Bild mit Hardwell nicht ganz so gelungen ist. Deshalb dackelte ich ihm etwas hinterher und irgendwann habe ich mich dann getraut ihn noch einmal für ein Foto zu fragen. Er meinte nur ganz freundlich, dass wir das machen können und Bassjackers meinte, dass er das Foto machen könne. 

Einmalig!

Das Ende vom Lied ist also, dass mein Traum wahr geworden ist, Hardwell getroffen zu haben. 
Ich habe ein Foto zusammen mit ihm, welches Bassjackers aufgenommen hat und ich habe ein Selfie mit Chuckie, den ich zwei Mal getroffen habe. Dazu habe ich das gesamte Festival kostenlos miterleben dürfen, habe R3hab, Dada Life, Netsky, Pharrell Williams, Macklemore, Kaskade, Chase & Status, Phoenix, Deadmau5, Will Sparks, Paul van Dyk, Chuckie und Hardwell life gesehen und eine Menge Eistee umsonst getrunken. Ich „habe“ ganz schön viel … Einfach unglaublich! Ich habe es glaube ich noch immer nicht wirklich begriffen, was ich gestern erleben durfte. 
Als ich an dem FMF-Merchandise Shop vorbei gekommen bin, dachte ich daran, mir ein Future Music Festival - T-Shirt zu kaufen, aber als ich den Preis gesehen habe, kam der Geiz wieder in mir durch. Der komplette, abgedrehte und unbezahlbare Tag war zwar kostenlos, aber ich bin dennoch nicht bereit 40$ für ein simples T-Shirt zu bezahlen. Zumal die Motive auch relativ einfallslos waren. 
Deshalb ging ich einfach nur total erschöpft quer über das Gelände und habe mir jegliche Schlussacts auf den Bühnen jeweils für ein paar Minuten angesehen und muss sagen, dass mir Paul van Dyk dabei am besten gefallen hat. 



Nachdem Deadmau5 gegen 22:15 Uhr aufhörte, bewegten sich alle Richtung Zug oder Tram. 
Ich entschied mich aufgrund des Weges auch für die Tram und schaffte es sogar gleich in die erste. 
Als ich an der Haltestelle „Melbourne Central Station“ ausgestiegen bin, habe ich zum zweiten Mal zufällig Miriam und Chiara wiedergetroffen. 
Da ich den ganzen Tag nichts gegessen hatte, bin ich noch zu Hungry Jacks (der australische Burger King) gegangen und bin schlussendlich völlig erschöpft und überglücklich zurück in der Wohnung angekommen. 

Was für ein Tag - Es blieb spannend bis zum Schluss! 
Und letztendlich ist alles besser geworden, als ich es mir vorgestellt habe. 

Wie Hardwell zu sagen pflegt - „IF YOU CAN DREAM IT YOU CAN DO IT“ - stand der komplette Tag nur unter diesen einem Motto! :)


Euer überglücklicher Wombat Nr. 1 

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