Montag, 9. September 2013

Alltag? Von wegen!

Jojojojojojo. Hier ist nochmal Dominic, heute mit den neuesten Eindrücken aus Sydney.

Spulen wir mal ein paar Tage zurück. 

07/09/2013
Quasi als Abschied von Janine und Laura wollten wir abends zu "Darling Harbour" gehen, dem schönen Hafen in Sydney, bekannt für zahlreiche Restaurants direkt am Wasser. Jeden Samstag gibt es dort ein Feuerwerk, nur haben wir wohl auf dem Weg dahin - beim Kebab with Chips essen - wohl ein bisschen zu viel Zeit eingebüßt (wobei man sagen muss, dass wir die ursprünglich geplante Zeit von um 9 geschafft hätten - bloß ging es eben schon halb 9 los), sodass wir das Feuerwerk nur aus den Blocks heraus betrachten konnten - mit entsprechend eingeschränkter Sicht - und nicht, wie geplant, vom Hafen aus. Naja, Pech gehabt. 

Stattdessen durften wir Zeugen der zahlreichen Straßenkünstler werden... Von einer peinlichen Darbietung mit einem leuchtenden Hoola-Hoop-Reifen mal abgesehen, war das wirklich beeindruckend, so schaffte es ein Mann, auf einem Fahrrad (aufgehängt in 5 m Höhe) mit einem Dolch und einer Fackel zu jonglieren, dabei einen Apfel zu essen und nebenbei noch echt witzig zu sein - Respekt! Dass er auch mit einer angeschalteten Kettensäge jongliert hat, dürfte euch ja jetzt nicht mehr wundern. 

08/09/2013
Sonntag - und damit ein Problem für Moritz und mich, irgendwie Zugang zum Internet zu finden, da die Member's Lounge geschlossen hat. Nach erfolglosen Versuchen bei McDonald's und Starbucks haben wir ganze 10 $ investiert, um in das WLAN im Hostel reinzukommen und den Nähstunden-Post endlich veröffentlichen zu können. Was tut man nicht alles für einen Blog. :P

Kurze Anekdote zum Starbucks-Besuch. Ich bestellte uns was, während Moritz das Internet einrichtete. 
Allein schon die Begrüßung mit: "Hey, how are you?" macht einen echt glücklich und lässt einen wohlfühlen - etwas, das ich so in Deutschland noch nie erlebt habe. 
Kaum lächelnd mit "Fine, thanks" geantwortet, bestellt man, bekommt einen Marshmallow geschenkt. "That's 8.60 $, please", und ich muss zugeben, ich komme mit dem australischen Kleingeld absolut nicht klar. Das 50 ct-Stück sollte man schnell ausgeben, denn zwei davon und das Portemonnaie ist voll und wiegt 'ne Tonne. Das 2 $-Stück dagegen ist ein bisschen größer als unsere 5 ct-Münze, was dazu führt, dass man zwar denkt: "Das wird klein nie was", sich plötzlich ungeahnte Welten auftun, wenn man solche kleinen Dinger findet. 
Entschuldigend sage ich also der Verkäuferin, dass ich leider kein Kleingeld habe, und gebe ihr einen 10-$-Schein in die Hand. Daraufhin nimmt sie sich mein Portemonnaie und daraus einen 5-$-Schein sowie die größtmögliche Anzahl Münzen, und auf meinen halb fragend, halb belustigten Blick antwortend: "Ich sammle nämlich Münzen. Oh! So ein Dollar-Stück habe ich noch nicht! Ich sammle auch Briefmarken. Sammelst du irgendwas?" Darauf antworte ich: "Ja, ich habe mal Euro-Münzen gesammelt. Ich komme aus Deutschland" - "Ooh! From Germany?!" sagte sie mit einem breiten Grinsen - und so musste ich ihr kurz erklären, was Hallo, Danke und Bitte auf Deutsch heißt. Das fand sie scheinbar echt cool. 
Kaum beim nächsten Mitarbeiter (wo man in Deutschland seinen Kaffee nehmen und gehen würde) wird man gefragt: "Hey Sir, what are your plans for today?" - Grinsend dachte ich mir nur: "Wurdest du gerade wirklich gefragt, was du heute noch machst?" und ich war so beeindruckt, dass ich wirklich nochmal nachfragte - tatsächlich. Der mir gerade Kaffee machende Mitarbeiter wollte wissen, was ich heute noch so mache. "Ich suche einen Job - habt ihr zurzeit freie Stellen?" Und da war schonwieder so eine ungewöhnliche Reaktion: "Oh, tut mir furchtbar leid, leider nicht, wir haben vor Kurzem erst alle Stellen neu besetzt. Sorry!" - "Kein Problem", antworte ich lächelnd, und setze mich zu Moritz. Unglaublich für deutsche Verhältnisse, oder was meint ihr?

Okay. Zurück zum Tagesablauf. 
Anschließend haben wir uns etwas intensiver mit der Jobsuche beschäftigt - gar nicht so leicht, für sich selbst herauszufinden, was machen alles so machen möchte. E-Mails verschickt, jedoch keine Antwort erhalten (Nachdem wir schon an uns selbst zweifelten, begriffen wir, dass ja Sonntag war.). 
Zu guter Letzt waren wir abends das erste Mal einkaufen (jaaa, zum Sonntag!) - im "Coles", einer der zwei führenden Supermarktketten in Australien. Die andere ist woolworth. 

Wir mussten feststellen, dass auch Einkaufen eine ziemliche Überforderung werden kann - wenn man nicht so einen kühlen Kopf wie Dominic und Moritz hat. 

Hürde (1) Der Zugang zum Markt
Bereits der Zutritt zum Einkaufsmarkt kann sich als schwierig gestalten, wenn im Dominic noch das typisch europäische "Rechtsgeh-Syndrom" verankert ist. So schreitet man zielstrebig auf die rechte nach unten führende Rolltreppe zu, und kann gerade noch so den in rasender Geschwingkeit nach oben schnellenden Leuten ausweichen. Auf der richtigen Rolltreppe, nämlich der linken, angekommen, begreift man, dass man sich auch dort LINKS hinstellt, wenn man schon so faul ist und nicht läuft. 
Schließlich unten angekommen, befindet sich der Eingang zum Markt - logisch - links. 

Hürde (2) Nicht nur die Produkte zu finden - sondern ganze Abteilungen
Zugegebenermaßen zweifelt man schon an sich selbst, wenn Leute mit Wasserflaschen, Süßigkeiten und Nudeln den Laden verlassen, man aber partout nur in der Obst- und Gemüseabteilung herumirrt. 

- An dieser Stelle sei den Eltern und Omis gesagt: Ja, wir haben auch Obst gekauft! -
- 6 Bananen
- ein Netz Mandarinen
- eine Tüte Äpfel
- eine Tüte rote Trauben
- 4 Schalen Erdbeeren

Umso toller fühlt man sich jedoch, wenn man dann die Rolltreppe nach unten entdeckt (Kurzes Eigenlob: Dominic lief unmittelbar auf die linke Rolltreppe zu, ist also begrenzt lernfähig!). Nun konnten wir für den täglichen Essensbedarf einkaufen - ALLES, was wir brauchten. Kurzes Gefühl der Sicherheit, alle Hürden bewältigt zu haben - Vergesst es. 

Hürde (3) Das Bezahlen
Kennt ihr diese Automaten, wo man selber einscannen muss? In Deutschland noch als High-Tech-Variante des Bezahlens verehrt, ist das hier wohl Standard. Doch wir waren schonwieder maßlos überfordert. Nachdem uns die Maschine aufforderte, das bereits gescannte in den Beutel zu stellen (sie wiegt das dann und sagt, wann man den nächsten Beutel nehmen soll, damit er nicht reißt), wir das aber für einen Scherz hielten bzw. das nicht wirklich kapierten, kam auch schon ein Mitarbeiter auf uns zugestürmt, und bat uns, nachdem er noch anfangs versucht hatte, es uns zu erklären, zur Kassiererin zu gehen - den Einkauf also auf die konventionelle Art und Weise zu bezahlen.

Ihr seht, auch Einkaufen wird hier zur Herausforderung, aber noch leben wir. Die Australier sind ja Gott sei Dank so nett und helfen uns. 

So. Das war's erstmal von uns. Wir melden uns wieder, spätestens, wenn wir die Bezahlmaschine im Coles bezwungen haben. Wir werden es wieder versuchen, garantiert! 

Eure Wombats

1 Kommentar:

  1. Die Starbucks-Aktion fetzt ja :D
    Bringt sie alle mit nach Deutschland für ein entspannteres Leben!!

    Danke. :P

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