Montag-Donnerstag arbeiteten wir wie üblich bei Potato Magic die Frühschicht, die diesmal von diversen Abwechslungen (verschiedenste neue Chipssorten) geprägt war und der Freude, dass wir mehrmals welche mit nach Hause nehmen durften. Genau der richtige Job für mich :D
Die Tage sind schön, es gab mehrere Filmabende bspw. mit The Woman in Black - ich entdecke hier meine Liebe zu Gruselfilmen! :D Billard und Pingpong wurde im Camp gespielt (nachdem ich mich zu Billard mit dem Kommentar "das kann ich nicht" überreden lassen hab, habe ich gewonnen :D) und gemütliche Abende im Love Shack verbracht.
Eines Abends kurz vor dem Schlafen gehen bekamen wir aus unergründlichen Gründen Angst vor Spinnen in unserem Zimmer und zogen so abends einen "Autan-Bannkreis" um unser Zimmer. Ca 2 Stunden lang hielt ich Spinnenwache (schlafen tu ich ja eh selten), das so gesicherte Zimmer wurde dann auch nur noch von Menschen, und nicht von Tieren besucht (Pyjamaparty! :D)
Gegen die tollen Tier-Sichtungen von Dominic und Moritz kann ich natürlich nicht ganz mithalten. :) Aber auch wir haben einige typisch Australische Tiere gesehen, und das sogar in freier Wildbahn. Als wir am Freitag spazieren gingen (Vivi, Anna, Laura und ich) sprangen auf einmal einige Meter vor uns drei Kängurus auf die Straße, blieben stehen und schauten uns an. Wir, völlig geflasht, taten dasselbe. So standen wir uns bestimmt 2 Minuten lang gegenüber und schauten uns gegenseitig neugierig an. Ein echt magischer Moment!
Auf demselben Spaziergang sahen wir dann auch noch einen Emu von ganz nah.
Eine Redback-Spinne wurde von unserem Busfahrer in einer Flasche gefangen und uns gezeigt.. Eine der giftigsten Spinnen hier, zumindest die weiblichen Tiere. Die Männchen sind ungefährlich.
Nachdem wir den freien Freitag und Samstag so ziemlich entspannt in der Sonne, mit einkaufen etc verbrachten,
stand für Sonntag und Montag TONI JOES an. Also wieder auf einem Jahrmarkt arbeiten, worauf wir uns eigentlich freuten - das einzige Negative: die ewig lange Fahrt! In der Nacht von Samstag zu Sonntag sollten wir um 1 losfahren, (5h Fahrt) als Fahrer ein Chilener namens Mathias, mit an Board Anna, Vivien, ein neuer Deutscher namens Sebastian und ich. Laura war Samstag Abend auf einer Hochzeit in Griffith kellnern, deshalb konnte sie nicht mitkommen.
Tragisch: Durch die nächtliche Losfahrt würden wir wohl diesen Samstag nicht ins Area gehen können. Doch wer mich kennt, weiß, dass mich sowas doch nicht aufhält! Zusammen mit Sebastian schmuggelte ich mich in den Partybus, der von Cesar gefahren wird und zur Area fährt... Ganz hinten versteckt, wurden wir dennoch von Cesar entdeckt. "Are you going out tonight?!" - "Yes." - "Don't fuck me off, guys!!!" - "We're Germans. We can do it!" war mein Kommentar dazu. Nicht umsonst sind wir Deutschen bekannt für harte Arbeit und Zuverlässigkeit, und so stand ich 10min vor Abfahrt wieder im Camp auf der Matte, packte schnell alles was ich brauchte zusammen, und war pünktlich zur Abfahrt bereit. (Ich kann schon Mama, Jens, Oma und Co kopfschüttelnd vor dem PC sitzen sehen.. Aber a little party never killed nobody :P auch wenn Cesar nicht ganz so amused war, auch in Deutschland ging ich schon einige Male feiern, wenn ich am nächsten Tag im Café jobben musste und auch das ging immer. Den Powerzwerg hält nichts so schnell auf)
So war ich auch diejenige, die dann neben dem Fahrer saß und ihn die ersten zwei Stunden zutextete, um ihn wach zu halten. Ein Stopp bei McDonalds, bezahlt vom Arbeitgeber, und los ging es. Mehrmals mussten wir vor Kängurus abbremsen, die vor uns die Straße überqueren wollten.
Nach der Nacht im Auto waren wir dennoch alle ziemlich fertig, als wir 7 Uhr morgens dann in "Boorowa" ankamen, einer australischen Kleinstadt, und dort aufbauten: Ein Stand mit "Slush"-ähnlichen Getränken (hier "Snow Cones" genannt), Zuckerwatte, eine große und ein kleine Hüpfburg und eine Art Breakdance namens "Chacha". Und ein Spiel "Laughing Clowns", wo man Bälle in Clown-Münder werfen muss.
Meine Aufgabe war von 10-18Uhr, in der metallenen Ticket-Box zu sitzen und Tickets für die Hüpfburgen und den Chacha zu verkaufen. An dem heißen Tag war es so echt angenehm, in der schattigen und kühlen Box zu sitzen. Auch wenn mich ein Junge fragte (auf englisch) "Ist es lustig, den ganzen Tag in dem Käfig zu sitzen?" :D
Alles nette Leute, nur den Anlass des Festes habe ich nicht ganz verstanden. Denn das absolute Highlight war, Achtung, als sich alle Leute versammelten und nur eine Gasse ließen - es sah aus wie ein Viehtreiben, da die Stadt ziemlich Western-mäßig angehaucht war, dachte ich an Pferde oder irgendwelche Bullen. Weit gefehlt. SCHAFE waren Anlass der Aufmerksamkeit :D
Nach 2 Stunden Abbauen, wo wir als Mädels reichlich wenig beitragen konnten, ging es dann Richtung Wagga Wagga (Heimat von Toni und Ellie, den Betreibern), wo wir in ihrem Haus im Gästebett schlafen durften. Zu dritt in einem großen Ehebett - noch nie habe ich mich so sehr über ein Bett gefreut, grade nach der kurzen gestrigen Nacht, dem anstrengenden Tag und der dreistündigen Autofahrt von Boorowa nach Wagga.
5 Stunden konnten wir schlafen, dann ging es um 6 Uhr morgens wieder weiter zur nächsten Stadt, deren Namen ich mir nicht gemerkt habe.
Dort gab es anstatt des "Chachas" eine kleine Mini-Achterbahn für Kinder von 4-10 Jahren. Ich saß wieder in der Ticketbox.
Mein Handyakku war leider recht schnell alle, das war das einzige woran ich nicht gedacht habe. Deshalb hier nur einige, die Anna mit ihrem Handy gemacht hat.
Dass man in Australien ist, hat man eigentlich fast nur daran gemerkt, dass so gut wie alle Leute Kopfbedeckungen trugen, meist Cowboyhüte. Fashiontechnisch hat man irgendwie alles gesehen. Hochgezogene Socken sind hier ja ganz in Mode. Auch bauchfreie Tops und bodenlange Kleider und Röcke sind In. Über einige musste ich echt lachen; einige waren übelst schick gestylt, andere Cowboy-mäßig mit Hut, Karohemd und Jeans und Stiefel.
Gelacht habe ich über schrille Hüte, dicke Menschen, und kleine Kinder: Einige waren echt süß, bspw. ein kleines Mädchen, das einen grünen Regen/Sonnenschirm hatte, das seine Mommy fragte "Mommy, do I look like a frog?" :D andere versuchten, mich mit ihren gewonnenen Plüsch-Schlangen anzugreifen. Riiiiiichtig cool waren die Luftballons, die es da gab. Die flogen nicht, die LIEFEN. Hatten kleine Beinchen untendran und waren gerade so sehr mit Helium gefüllt, dass sie knapp über dem Boden schwebten. Soo süß. :)
Das Fest beim zweiten Tag war anlässlich eines Reitturnieres. Auch kleine Lämmer und Küken gab es in einem Streichelgehege.. In dem Moment hat mir meine Familie schon bisschen gefehlt, mit der ich das Ganze gern zusammen genossen hätte. Sonst habe ich eigentlich selten Zeit für Heimweh, aber bei den Festen habe ich die Lieben schon vermisst. In Deutschland wäre ich mit ihnen dahin gegangen.
Ansonsten waren die beiden Tage echt anstrengend, v.a. auch durch die ewigen Autofahrten. Montag kamen wir Mitternacht zurück und freuten uns so auf eine warme Dusche und unser Bett!
300$ für die beiden Tage machten aber die Anstrengungen wieder wett.
Mittlerweile sind wir noch in der Erholungsphase, die Frühschicht heute haben wir mehr schlecht als recht überstanden... Deswegen schreib ich auch grad nicht sooo motiviert, sorry - das haben ja dafür die Jungs übernommen! :) Erstmal schlafen :D
PS: Seit Sonntag sind wir euch nun 9 Stunden voraus, wegen Zeitumstellung!
PS2: Regeln im australischen Auto: keine offenen alkoholischen Getränke dürfen im Auto rumstehen, niemand darf was trinken (auch die Beifahrer nicht), und es ist verboten, die Hände aus dem fahrenden Auto zu strecken. :D
Die schläfrige Janine






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