Sonntag, 13. Oktober 2013

Sun, sun, sun, here we come


Dienstag - Freitag: 7-15 Uhr Potato Magic
Vorteil an dem frühen Aufstehen: die schönen Sonnenaufgänge!

Nach der Arbeit liegen wir meistens auf der Wiese und sonnen uns. Seit kurzem haben wir auch ein Volleyballnetz, was schon eingeweiht wurde. Auch wenn ich mein Team dabei stets mehr behindere als Erfolge erziele. :D



Marisun (rechts auf dem oberen Foto) arbeitete Freitag mit uns und besuchte uns danach im Hostel :)
Dank ihr konnte ich Samstag nochmal bei Toni Joes arbeiten - sie erinnerte sich an meine Klagen, ich würde gerne mehr arbeiten und nochmal zu Toni Joes fahren und schlug mich Cesar vor, als er überlegte wen er noch schicken könnte! :) 
So war ich Samstag wieder 6:30-20 Uhr arbeiten (3 Stunden Fahrt), diesmal in der Nähe von Illoba, in the Middle of Nowhere! Als wir morgens begannen zu arbeiten, war es soooo kalt, geschätzte 5-10 Grad.. mit Strick- und Softshelljacke, Leggings und darüber dünnerer Hose habe ich echt gefroren. Erst, als dann die Sonne rauskam wurde es wärmer und gegen 9 habe ich dann meine langen Hosen gegen eine Shorts ausgetauscht. Es wurde heiß und da ich diesmal in der Sonne stand und Tickets und Snow Cones verkauft habe, hat mich lediglich meine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 vor einem schlimmen Sonnenbrand bewahrt. Nachmittags habe ich über mein Shirt dann sogar wieder die Strickjacke gezogen - auch wenn es heiß war, ich hab hier doch ziemlichen Respekt vor der Sonne. Letztendlich wurde ich nur braun, nicht rot.

Snowcones ähneln dem bei uns bekannten Slush: Crushed Eis mit Sirup, ist hier sehr beliebt und wurde von einigen sogar "Australian Drink" genannt.



zoomt mal ran, dann erkennt ihr die slushies :D




Ticket Lady

Mit uns unterwegs waren: Von letztem Mal bekannt Sebastian und Mathias; Roxane aus Holland und Alister und Chris aus England. Diesmal wurden wir auch besser mit Essen versorgt: Jeder bekam 3 Bratwürste mit Toast (Ellie - die Frau von Toni - hatte leider zu viele bestellt, hihi) und abends Sandwiches. Und von den Snow Cones konnten wir uns auch so viele machen, wie wir wollten. Alles in allem war es wieder mal ein echt schöner Tag. Oh, und ich habe das erste Mal eine Auktion miterlebt. Eine Schaf-Auktion, haha. :D

Ach und weil schon die Frage kam: Nein, diesmal war ich nicht vor dem Arbeiten noch Party machen. :P
Bis 23 Uhr saß ich noch mit im Love Shack, habe das erste Mal in meinem Leben Lachgas eingeatmet - Jeremy hatte aus Jux was bestellt. Ich hätte ja nie gedacht, dass es funktioniert, aber ich muss zugeben: es war soooooooooooooooooooooooooo lustig. Ich musste so sehr lachen, dass ich schon fast geheult habe :D

Was mich, im Gegensatz dazu, echt fertig macht ist, dass ich hier fast der einzige Ossi bin. Ich meine, ich habe echt keine Vorurteile und so... aber diese Probleme mit den Uhrzeiten sind echt gravierend! :D Die kommen damit nicht klar, wenn ich "viertel 5" sage oder "dreiviertel 5". (Viertel nach 4 und viertel vor 5 stattdessen) Das ist ja bekannt, aber was mir völlig neu war: Wenn wir sagen "es ist um". Sagen sie "es ist voll". Da musste ich sie erstmal auslachen, das klingt doch völlig bescheuert, oder?? Mittagspause - "wann müssen wir wieder rein?" - "voll." :O
Und ich als bekennender Spinat-Fan (mit Kartoffeln und Ei) spreche Spinat anders aus als sie, sie sagen "Spinaat" also so betont auf dem a und so tussig das i aussprechen.. Spinaat.. und ich sage: "Spinnatt" oder sowas in der Art.
Naja, ich hab sie trotzdem lieb. :D


Am Samstag Abend war zu Barbaras (aus Chile, die römische Göttin unten rechts im Foto) Geburtstag eine Kostümparty, die ich leider durch Toni Joes verpasst habe - hier trotzdem ein Foto für euch! Ich wäre als Steinzeit-Frau gegangen, weil ich im Freeshelf Fell-Ugg-Boots gefunden habe und mir von einer Freundin einen Animal-Print-Schal um den Körper gewickelt hätte, noch ein bisschen Dreck ins Gesicht geschmiert und die Haare zerzaust... Aber wie Jens so schön sagt... man kann nicht immer auf allen Hochzeiten tanzen :P  Und als sich mir Freitag Abend die Option bot, am morgigen Tag zu arbeiten, habe ich lieber da zugesagt, schließlich bin ich hier zum arbeiten. Es wird noch bessere Partys geben als hier in Griffith, denke ich :P Auch wenn es sicher ein echt cooler Abend für die anderen war - als wir halb 1 nachts ankamen, waren wir zu fertig, um noch zur Area zu laufen oder ein Taxi zu rufen. Jaaaaa die waren mit den Kostümen so im Club feiern. :D



Am nächsten Tag ging es gleich frisch frühmorgens weiter, wir wurden 7:30 Uhr von Cesar geweckt und zur Stadt gefahren, um bei dem Fertigen von Orangenskulpturen zu helfen! :D













Eva aus Estland & ich - das Armband berechtigte uns zu BBQ & Drinks



Anlass des Ganzen: Das "Griffith Festival of Gardens" von 16.-21.10.2013
Ein Highlight sind diese Orangenskulpturen, wo mehr als 100 000 Orangen verwendet werden und das Ganze es nur 2x auf der Welt gibt: in Griffith, Australia und irgendwo in Frankreich. Naja ich meine wer kommt auch auf solche Ideen. :D 

Aber ich fand es ganz niedlich, wie frühmorgens die ganze Stadt zusammenkam, um die Orangen anzubringen. Für alle fleißigen Helfer gab es ein Barbecue und lecker Orangensaft. Der von Real Juice ist echt gut. Da arbeiten auch einige von uns. Zusätzlich haben wir fürs Hostel noch jede Menge Kuchen und Meat Pies von einer Bäckerei aus dem Ort bekommen! :)

Ich dachte erst, das Ganze wäre einfach nur eine gigantische Verschwendung von Orangen, aber: Wenn der Spaß vorbei ist, werden die Orangen alle wieder abgenommen (vielleicht wieder von uns?) und zu Saft verarbeitet, von Real Juice. 

Heute Abend habe ich meinen fertigen Lebenslauf mal einem Engländer gegeben, zum Drüberlesen, bevor ich mich morgen bei den Winerys für die Vintage bewerbe. Seine Reaktion: (ich erwartete ja gleich fleißiges Korrektur-Tippen) "it's good." - ich (überrascht): "really?!" - "yeah." - "shouldn't I change anything?!" - "no. it is even better than mine! :D"
Bei dem australischen Lebenslauf ist der Aufbau ja ganz anders, im Gegensatz zum Deutschen muss man ganz oben eine Art "Motivation Letter" schreiben, sich und seine Fertigkeiten anpreisen etc., weiterhin alle Fähigkeiten anführen (Führerschein, Sprachen, PC Kenntnisse, Eigenschaften, Fitness), alle bisherigen Jobs mit Beschreibung der Tätigkeit angeben und auch Interessen & Activities dürfen nicht fehlen. Deshalb habe ich viele Fehler erwartet, aber hey, cool. :) Achso, für alle Nicht-der-englischen-Sprache-mächtigen: Der Engländer, der meinen Lebenslauf gelesen hat, meinte, er wäre gut und sogar besser als sein eigener.

Ansonsten noch was Neues?
Vielleicht kann ich Weihnachten und Neujahr in Sydney in einem Apartment verbringen, was mein französischer ex-Roommate Hugo mit seiner Familie zu der Zeit bewohnt. Denn die Hostels sind da alle richtig, richtig teuer, 50$/Nacht (Backpacker-Standard sind so 20-30$) und man muss mindestens 10 Nächte buchen. Ich war ganz aus dem Häuschen, als Hugo das mit seinem Apartement vorgeschlagen hat und auch einige andere aus dem Camp überlegen wohl, sein Angebot in Anspruch zu nehmen.
Bis zu den Interviews für die Vintage bleibe ich auf jeden Fall noch in Griffith (November), und sollte ich einen Job sicher haben (Januar-März/April) kann ich dann frohen Mutes bis Weihnachten noch traveln. Da im Norden dann die Wet Season (Regenzeit) beginnt, überlege ich, die Great Ocean Road entlangzufahren von Melbourne nach Adelaide. Ein Auto wollte ich ja eigentlich nicht kaufen - entweder nur dafür mieten, oder ich finde irgendwo die Möglichkeit, eines zurückzufahren. Da werden wohl manchmal Leute gebraucht, wenn jemand sich eins gemietet hat, und in einer Stadt begonnen hat und in einer anderen aufgehört hat. Mal schauen, ob das geht - bin ja erst 18 und habe den Führerschein erst seit einem Jahr. Die Möglichkeit, mit dem Bus zu fahren, gibt es natürlich auch - aber mit dem Auto ist schon cooler und individueller.
Auch 2 Wochen Neuseeland könnte ich mir vorstellen, das überlegen 2 Freunde hier in Griffith gerade.
Weihnachten und Silvester dann in Sydney, wenn es klappt (wäre sehr cool.) und dann wieder nach Griffith arbeiten, mal schauen wie lange... Um dann die letzten Monate nach Ende der Wet Season noch die Ostküste hochzutraveln. Sunshine Coast, Fraser Island, Whitsunday Islands sind auch für mich ein Muss!

 Da ich ja von Perth aus nach Hause fliege, was an der Westküste ist, werde ich also am Ende auch noch die Westküste erkunden. Manche sagen, diese sei sogar noch schöner als die von Backpackern überfüllte Ostküste.. wenn es dann auch recht kühl dort sein wird.

- die eingezeichnete rote Linie wäre die Strecke, die ich mit der Great Ocean Road abfahren würde. Die Great Ocean Road selbst ist nur ein Teil davon, so in der Mitte.
- das Kreuz ist Griffith, wo ich gerade bin.

Aber ich meine - das kann sich alles noch ändern, es stehen einem ja alle Möglichkeiten offen!


Anna, Vivien und Laura werden die Reise wahrscheinlich zu dritt fortsetzen und Ende November zu ihrer Ostküstentour aufbrechen. Ich werde also meine Reise - wie eigentlich von Anfang an geplant - allein angehen. :) So zumindest vorerst, ich bin ganz optimistisch, was das Treffen und Kennenlernen neuer Leute angeht. Auch hier in Griffith hänge ich schließlich nicht immer mit den gleichen Freunden ab, sondern komme mit vielen gut zurecht. Wie ich schon mal hier geschrieben habe... ganz allein ist man nie.  

So weit so gut. Ich werde jetzt mal ins Bett gehen, schließlich darf ich morgen wieder früh aufstehen.
Oh, uns wurde jetzt übrigens das Singen am Fließband verboten! Wir waren ja so entsetzt! Da wir keine eigene Musik hören dürfen, unterhalten wir uns und singen ab und zu auch... das war unsere einzige Freude! Und warum: Weil Marius und Maurice von der Nachmittagsschicht den Tag vorher 6 Stunden lang eine nervige Melodie gepfiffen/gesungen haben. Also nicht mal unsere Schuld :( Ebenso verboten: das laute Reden und das Essen und Trinken am Fließband. (oooooohhh eine Tüte Mitleid bitte)
Nein, letztendlich müssen wir uns nur vor dem Chef zusammenreißen, der ab und zu mal vorbeischaut, unser Supervisor (eine Art Beaufsichtiger), der die meiste Zeit da ist, ist eigentlich supernett ebenso wie alle anderen "kleineren" Mitarbeiter. Seid jetzt bitte nicht geschockt von dem scheinbar strengen Regelwerk - keine Ahnung, wasch da lous ist. Die sind sonst so nett, sogar unser "War of Mini-Bites" (Rumwerfen von Reiswaffeltüten und gegenseitiges Abschießen) wurde lachend toleriert! Wer weiß, was die Jungs von der Nachmittagsschicht da angestellt haben. :P

Gute Nacht / euch noch einen schönen Sonntag! Ich denk an euch!


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