Donnerstag, 17. Oktober 2013

Ich bin ein Star - Holt mich hier raus

Am Donnerstag war es also soweit: Wir verließen Brisbane. Rucksack geschultert und ab zum Busterminal, wo der Greyhound mal wieder auf uns wartete. Knapp drei Stunden Fahrt lagen vor uns - ein Katzensprung für australische Verhältnisse.

So hart, wie es für Brisbane vielleicht klingen mag .. Wir weinten der Stadt nicht wirklich nach. Wie bereits berichtet, fanden wir es hier nicht unbedingt schön und daher war eine Woche hier wirklich genug, um alles zu sehen und dann wieder abreisen zu können (im Vergleich zu Sydney!).

Eine Busfahrt (die mal wieder wie im Flug verging) später trafen wir in Noosa ein, einer Stadt, die nicht besonders groß und eigentlich nur wegen des Noosa National Parks bekannt ist. Kaum aus dem klimatisierten Bus gesprungen, traf uns auch schon die Hitzewelle der immer stärker werdenden australischen Sonne. Der vorausschauende deutsche Reisende (Dominic) ist natürlich mit Strohhut ausgerüstet, um Kopf und Nacken vor den Sonnenstrahlen zu schützen. (An dieser Stelle bitte ich kurz um Anerkennung von der Familie. :D) Anschließend wartete auch schon das Shuttle des "Gagaju Bush Camps" auf uns ... Irgendwie wusste keiner so richtig, was uns da erwarten würde, außer Kanufahren. Die Einführung des etwas in die Jahre gekommenen, tätowierten Fahrers halfen da auch nicht viel: "Mögt ihr Kanufahren? Mögt ihr Camping? Gut."
Nachdem wir für die nächsten drei Tage einkaufen sollten, ging es eine gefühlte Ewigkeit immer weiter weg von der Zivilisation. Irgendwann hörte die asphaltierte Straße auf, anschließend ging der Handyempfang flöten und dann war überall nur noch Wald. Schließlich öffnete der Beifahrer ein Tor und dann ging es nochmal minutenlang weiter, bis man uns endlich sagte, dass wir da seien.

Die Bezeichnung "Bush Camp" traf es wirklich perfekt. Die folgenden drei Nächte würden wir also hier verbringen, die erste in einem rundum nur von Moskitonetzen geschützten Schlafsaal, dessen Betten passend zu unseren Rucksäcken irgendwie ans Militär erinnerten, die zweite und dritte dann im Zelt. Die größeren Gemeinschaftszelte waren eigentlich ziemlich gut eingerichtet: Im ersten waren zahlreiche Sofas rund um einen großen Fernseher abgestellt, auf dem den ganzen Tag echt gute Filme liefen. Im anderen Zelt war die Küche untergebracht, Gasherde, auf denen man mit entsprechendem Gasgestell sogar toasten konnte, Töpfe, Pfannen, Besteck, Riesenspinne (die jeden Abend mal an der ein oder anderen Stelle auftauchte und für größeres Gekreische bei den Mädels sorgte) und Waschbecken, alles da. Daneben große Tische, eine Barbecue-Stelle, Lagerfeuer und ein Pooltisch. Überraschung des Camps: Die sanitären Anlagen waren überdurchschnittlich sauber. Da könnten sich selbst manche Hostels in Sydney mal eine Scheibe abscheiden
Wenn man sich einmal bewusst macht, dass man im Wald in Australien ist, erinnert man sich schon bisschen an ähnliche Fernsehsendungen ... Wahrscheinlich saßen auch bei uns irgendwo Moderatoren in einem Baumhaus und machten sich über uns lustig. Egal.






Nachdem man am Abend die Gruppe kennengelernt hatte, mit der man die folgenden zwei Tage unterwegs sein würde (denn die Kantors wurden nicht von jemand Erfahrendem begleitet, man war als Gruppe alleine unterwegs), legte man sich schlafen, denn um acht Uhr morgens musste man bereit sein, ins Kanu zu steigen. Da noch gefrühstückt und Lunchpackete vorbereitet werden mussten, hieß das: Zeitig aufstehen.
Am nächsten Morgen dann die Erkenntnis: Verdammt. Es geht flussaufwärts. Die Worte des grinsenden Campbegleiters, dass es heute besonders windig sei und der Fluss von dem weit entfernten Meer und dessen Gezeiten trotzdem beeinflusst werde, sich somit die Flussrichtung nochmal ändern würde und wir rückzu also wieder gegen den Strom paddeln könnten, machten es nicht wirklich besser ...

Jedenfalls ging es dann los und etwa anderthalb Stunden später paddelten wir in einen Seitenkanal, auf dem eine Stelle zum Picknicken und Baden sowie ein Seil, mit dem man sich von einem Baum ins Wasser schwingen konnte, wartete. Das Wasser - obwohl ziemlich weit im Land - schmeckte trotzdem noch salzig.
Das Seil machte unheimlich viel Spaß, man ließ sich dann in einer Höhe über dem Wasser los, die man vorher so gar nicht eingeschätzt hatte. Die Niederländer, die wir nun nach Sydney und Byron Bay in Noosa zum dritten Mal getroffen hatten, kletterten sogar bis ganz hoch auf den Baum und sprangen von da ins Wasser.
Zurück im Camp war man dann ganz schön erschöpft, kochte noch was zum Abendessen und setzte sich mit ans Lagerfeuer, bis so langsam alle ins Bett gingen (diese Nacht ja im Zelt).

mal wieder Nudeln :D


Der zweite Tag war nicht so anstrengend, zumal wir zwischen Hin- und Rückfahrt einige Stunden am Strand (am Meer) in der Sonne chillen konnten. Außerdem paddelten wir in die andere Richtung und somit mit dem Strom.


die beiden rechts sind die
besagten Niederländer

Zu unserem Glück waren die beiden Nächte im Zelt ziemlich warm - trotzdem freut man sich nun nach drei Tagen Gekrabbel und Gehölz irgendwie doch wieder auf die Betten eines Hostels. Doch es ist ja nicht nur irgendein Hostel ... Es ist das "Fraser's on Rainbow" ... Das Hostel am Rainbow Beach und erste Station unserer Fraser Island Tour.

Nicht, dass Noosa schlecht war, aber wir freuten uns echt unheimlich auf die weltgrößte reine Sandinsel und einzige, auf der Regenwald wächst.

Da wir die letzten Tage über kein Internetzugang verfügten und auch schon die Fraser Island Tour hinter uns haben, bitten wir um Entschuldigung, dass wir jetzt erst den "Noosa-Post" veröffentlichen können. ;)
Das heißt der "Fraser Island Post" lässt hoffentlich nicht zu lange auf sich warten!

Bis dahin,
Eure tropischen Wombats 1, 2 und 4

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