Etwa 30 Minuten später fuhren wir auf die Fähre, die uns von Brisbane bei einer anderthalbstündigen Überfahrt nach Moreton Island bringen sollte. Die Sandinsel ist die drittgrößte weltweit. Die beiden größeren liegen natürlich auch in Australien, die größte, Fraser Island, werden wir in Kürze besuchen.
Bereits auf dem Meer gab es eine Menge zu gucken, blaue Quallen schwammen an der Oberfläche, in ganzen Scharen. Kurz darauf folgten die Anweisungen Nathans über die sofort bei Ankunft auf Moreton Island startende Schnorcheltour.
Hintergrundinformationen: Seit den 1950er Jahren beherbergte die Insel eine Walfangstation, die insgesamt 6277 Buckelwale tötete. Von 40.000 jährlich vorbeischwimmenden Walen hatte man alle bis auf 200 vertrieben oder gefangen. Da sich der Walfang nicht mehr lohnte und sich auch der Tierschutz einschaltete, versenkte man insgesamt 15 Walfangboote rund um Moreton Island und bot somit vielen Meerestieren ein riffähnliches Zuhause.
Und das wollten wir heute erkunden.
Von der Fähre runter, fuhr der Bus bei Flut direkt am Strand entlang, zwei der vier Räder im Wasser. Manchmal war der Abhang auf der linken Seite so hoch, dass wir, weil wir ja trotzdem den Wellen etwas ausweichen mussten, eine Neigung hatten, die wohl in Deutschland zu Fahrverbot geführt hätte. :D Aber nichts gegen das Regelwerk Australiens, am ganzen Strand war 60, teilweise sogar 30 und die Anweisung: "Reduce Speed"! :D
| Blick auf Moreton Island |
| Fähre setzt direkt am Strand an |
Kurze Zeit später standen wir auch schon am Strand bereit, ausgerüstet mit Schwimmflossen, Taucheranzügen, Schwimmbrille und Schnorchel sowie leuchtend organgenen Handschuhen, mit denen wir - laut Nathan - die blauen Quallen, die, wenn sie einen stechen, nur wie ein Schnipsen auf die Haut schmerzen, einfach zur Seite schieben sollten, falls im Sichtfeld. Und ab geht's!
Kaum untergetaucht, sieht man auch schon gestreifte, dunkle, große, kleine, blaue und graue Fische um sich herum. Am alten Schiffswrack haben sich Muscheln und Korallen angesetzt. Es scheint jetzt fester Bestandteil des Meeres und Lebensraum für zahlreiche Bewohner zu sein. Zwischen zwei Wrackteilen traf ich auf Moritz und Matthias, und plötzlich erschraken wir: Unter uns sahen wir mehr Fische als Wasser. Nathan hatte unbemerkt ein paar Brotkrümel um uns gestreut, und da waren die Fische natürlich ganz wild drauf. Er warf uns Brocken mit Absicht vor die Nase, damit sie direkt vor unseren Augen entlangschwammen.
Anschließend führte es uns in eine Wrackgegend, in der viele Schildkröten und Haie leben sollten - keine Angst, nur die netten Haie. Noch völlig auf einen blauen Fisch, der aussah wie Dorie aus "Findet Nemo", machte mich Moritz plötzlich auf eine Schildkröte aufmerksam, die sich - irgendwie unerwartet - elegant durchs Wasser bewegte. Kaum war sie außer Sichtweite, suchte man das Wasser nach noch mehr ab - doch ohne Erfolg.
So ein Schiffswrack in der Tiefe hat schon auch etwas Nostalgisches. Komisches Gefühl, so über einem alten Schiff zu schwimmen, und man kann trotz sehr klarem Wasser den Grund nicht sehen. Was da so alles nach oben kommen und zuschnappen kann...
Nach einer Stunde kehrten wir (Gott sei Dank, wurde langsam echt anstrengend und kalt) beeindruckt wieder an den Strand zurück. Kurz darauf zauberte man uns eine Sandwich-Bar zum selbst Belegen. Noch mehr belegte Brote... Cool.
| unser Truck - genannt "Tina" |
Die Busfahrt ans andere Ende der Insel durch den Wald wurde mit den sehr informativen Kommentaren Nathans untermalt. Auch hier gab es keine Straßen - nur Sand. Ziemlich holprige Fahrt, aber umso lustiger.
Eine halbe Stunde Buckelpiste später standen wir direkt vor einem riesigen Sandhügel, der Bus hielt an, und einige Bretter aus dem Kofferraum geholt - Sandboarding war angesagt. Der weichste, sauberste und feinste Sand, den ich je gesehen habe, hat natürlich auch Nachteile. Erstens rutscht er dir unter den Füßen weg, und auf so einen Sandberg zu kommen, ist echt anstrengend. Zweitens ist er gerade auf der der Sonne zugeneigten Seite des Hügels gefühlte 100 Grad heiß. Umso schneller will man natürlich oben sein - und dann ist da dieser Ausblick.
Eine halbe Stunde Buckelpiste später standen wir direkt vor einem riesigen Sandhügel, der Bus hielt an, und einige Bretter aus dem Kofferraum geholt - Sandboarding war angesagt. Der weichste, sauberste und feinste Sand, den ich je gesehen habe, hat natürlich auch Nachteile. Erstens rutscht er dir unter den Füßen weg, und auf so einen Sandberg zu kommen, ist echt anstrengend. Zweitens ist er gerade auf der der Sonne zugeneigten Seite des Hügels gefühlte 100 Grad heiß. Umso schneller will man natürlich oben sein - und dann ist da dieser Ausblick.
Plötzlich tun sich die Weiten Moreton Islands vor einem auf. Kurz vor einem liegt eine Art Mini-Wüste aus besagtem Sand, dahinter erstreckt sich grüner Wald (aus Bäumen, die ja auch auf Sand wachsen müssen), und dahinter kristallblaues Meer. Und das 360 Grad um einen. Wahnsinn.
Eine Kerze reichte, um die Bretter zu wachsen, auf den Bauch geschmissen, Brett mit den Armen hochgezogen, und ab gings.
By the way: Matthias empfiehlt ganz besonders: Die Arme auch wirklich hochnehmen. Sonst schleift das Brett nämlich, und man hat schneller den ganzen Mund voller Sand, als man "Scheiße, ich sollte ja das Brett hochnehmen, weil..." sagen kann. Nathans Einführungen zum Sandboarding zufolge ("Nehmt unbedingt die Arme hoch!!") ist das wohl nicht ganz so angenehm, aber umso lustiger, wenn es jemand anderem passiert. Verdammt, dass ich es nicht gesehen habe!
Da unsere Fähre zurück nach Hause später als geplant abfuhr, war noch kurz Zeit für eine Erfrischung im Meer, und in Matzes Gesicht gelangte wieder etwas Feuchtigkeit, nachdem der Sand ihn wohl überall hin verfolgt hatte. Von der Fähre aus konnten wir noch den Sonnenuntergang über dem Meer mit Moreton Island im Rücken beobachten - einer der besten Tage in Australien bis jetzt. Und das will ja was heißen.
Gegen 19.30 Uhr waren wir wieder zurück im Hostel, ziemlich erschöpft, aber gleichzeitig auch um einiges reicher an Erlebnissen und Eindrücken.
Matthias könnte wahrscheinlich auch hier im Hostel noch einen Strand eröffnen, wo er noch überall Sand herholt. Gerade seine Ohren scheinen noch über unerschöpfliche Ressourcen zu verfügen.
Wir schauen mal, was hier die letzten Tage in Brisbane noch abgeht, bevor wir am Donnerstag den Bus Richtung Noosa Bushcamp nehmen.
Bis bald,
Eure Wombats 1, 2 und 4.

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